Modern Pain – Peace Delusions (2015, Bridge Nine Records)

modern-pain-peace-delusionsDes einen Schmerz ist des anderen Plaisir. Das ist beim Sex so und auch bei der Musik. Allerdings sollte man eine Platte wie „Peace Delusions“ nicht gerade mit Kopulation vergleichen. Denn die von MODERN PAIN ausgestellten Gefühlswelten sind eher verstörend als sinnlich. Die Band aus Texas watet bei ihrem Debütalbum knietief durchs Erbe des urtümlichen Hardcore und mischt das Ganze mit Punk und knarzendem Rock. Das klingt in der groben Ausrichtung zunächst vorstellbar, wird jedoch ohne Rücksicht auf Geschmacksnerven durch den Konventionsverweigerungsfleischwolf gedreht und mit noisiger Haube serviert.

Unvorhersehbar ist das fraglos, zugleich aber auch oft ohne erkennbaren Zusammenhang verquirlt. Im Vordergrund wüten Hardcore und Punk, irgendwo dahinter hallt monotones Geschrei. Live klingt das Ganze vermutlich identisch – und in Verbindung mit der Club-Atmosphäre vermutlich deutlich reizvoller. Auf Konserve aber bleibt der Hörer seltsam allein gelassen. Die Scheibe hat bei der Überlappung der Stile fraglos ihre Momente (etwa bei „When the Hymn Fades“ oder „World Inverted“), verweigert sich aber derart konsequent jeder Gefälligkeit, dass es schon einer gestandenen Herausforderung gleichkommt, dies ohrenbetäubende Krachwerk ins Herz zu schließen. MODERN PAIN – so geht Schmerz heute.

Wertung: (5 / 10)

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