War on Women – War on Women (2015, Bridge Nine Records)

war-on-women-stKrieg den Frauen! Damit die Biervorräte im Kühlschrank niemals versiegen und die Küche immer blank geputzt ist. Aber Moment… WAR ON WOMEN ist gar kein in verkrustetem patriarchalem Traditionalismus erstarrter Selbsthilfeverein für frustrierte Männer, sondern eine aus drei Frauen und zwei Kerlen bestehende feministische Hardcore-Band aus Baltimore? Nun gut, dann beginnen wir eben noch mal von vorn: Krieg den Frauen… kann in Zeiten von (theoretischer) Gleichberechtigung doch wahrlich niemand wollen.

Aber wie so oft dienen Übertreibung und -spitzung auch diesmal dem übergeordneten Zweck einer durchdringenden Botschaft. Die ist auf dem selbstbetitelten ersten Langspieler auch ohne Booklet schnell offenbar. Es geht um Themen wie Vergewaltigung („Say It“), Objektisierung („Meathead“) und das Recht am eigenen Körper („Roe V. World“). Verpackt ist das Ganze in eigenwillig vorgetragenen Hardcore-Punk, der sich – ähnlich PROPAGANDHI – nicht an vorgeschriebene Schemata hält und instrumental nie den Weg des geringsten Widerstands geht.

Der mehrstimmige weibliche Gesang – mal gesprochen, mal herausgeschrien – und wuchtige Rhythmuswechsel prägen das Erscheinungsbild der Scheibe und verleihen den direkten Texten eine stets mitschwingende unbequeme Note. Die nähere Beschäftigung mit den vermittelten Standpunkten wird so geradewegs erzwungen. Für nebenbei ist die Platte also nicht geeignet; entsprechend roh, wütend und aufwühlend torpedieren WAR ON WOMEN klassische Frauenbilder. Wer das für wenig erforderlich hält, hat sich die Frage nach der Bedeutung der Band immerhin gleich selbst beantwortet.

Wertung: (7,5 / 10)

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