Minipax – LiebeHassFriedenKrieg (2018, Uncle M)

„Geh einfach davon aus, dass du nie was ändern wirst / Glücklich aber dumm in deiner Scheinwelt krepierst.“ – ‘Frieden ist Krieg‘

Der Hass ist zurück. In den Köpfen der Menschen und auch im Punk-Rock. Zumindest textlich. Nicht Empörung, nicht Wut, sondern Hass. MINIPAX nutzen dies emotional endgültige Wort auf ihrem Albumdebüt „LiebeHassFriedenKrieg“ nicht allein im Titel, sondern lassen es in den ersten vier Songs je mindestens einmal fallen. Über die inhaltliche Ausprägung der Platte sagt das bereits eine ganze Menge aus.

Politisch geht es zu. Klar, ist ja schließlich Punk-Rock. Doch die Konsequenz der durchdachten, im besten Sinne simpel gestaffelten Lyrics reicht über den einschmeichelnden Charakter von Gesang und Melodie weit hinaus. Streckenweise erscheint die Platte so, als hätten die TOTEN HOSEN ihre lang verlorenen Eier wiedergefunden. Die Instrumente schreien mitunter nach großer Bühne, die Texte eher nach autonomem Zentrum. Vor allem bei den Referenz-Tracks „Beschissenheit der Dinge“ und „Grenzen“, die der aktuellen Gemütslage in Deutschland mit erfreulich deutlichen Worten entgegentreten.

Doch auch Songs wie „Lieber wütend als traurig“, „Freier Wille“, „Er sah, dass es Blut war“, „Frieden ist Krieg“ oder „Der letzte macht das Licht aus“ sorgen zwischen Mainstream-Ohrwurmtauglichkeit und stattlichem Knüppelvorschub für erhobene Augenbrauen (und emporgereckte Fäuste). „LiebeHassFriedenKrieg“ ist der Herz und Hirn packende Soundtrack zum Links-Aktionismus. In diesem Sinne: Alerta, Alerta Antifascista.

Wertung: (7,5 / 10)

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