Men in Black 3 (USA/UAE 2012)

men-in-black-3Nach 10 Jahren Dienstruhe sind die „Men in Black“ wieder im Einsatz. Und diesmal steht nicht weniger als das Schicksal der gesamten Menschheit auf dem Spiel. Oder doch schon wieder? Der Gefahrenherd ist ohnehin nicht der relevanteste Part dieses turbulenten Science-Fiction-Abenteuers, bei dem es Agent J (Will Smith, „I Am Legend“) in die Vergangenheit verschlägt. Nach dem schwachbrüstigen (und lückenhaften) Plot des zweiten Teils wirkt dieser Ansatz erfreulich originell und zudem mit zahlreichen liebevollen Ideen und Anspielungen versehen. Denn wer hätte nicht längst geahnt, dass Andy Warhol nur ein Undercover-Agent des Polizeiapparates zum Schutz vor außerirdischen Verbrechern war?

Die anfänglichen Probleme Js resultieren aber eher aus der bärbeißigen Verschlossenheit seines Partners K (Tommy Lee Jones, „No Country for Old Men“). Gefühle zeigen ist jedenfalls auch im zunehmenden Alter nicht sein Steckenpferd. Dabei ist doch so offensichtlich, dass ihn und die neue Chefin O (Emma Thompson, „Eine zauberhafte Nanny“) mehr verbindet als die bloße Kollegialität. Aber es gibt Angelegenheiten, die dringendere Zuwendung erfordern. So ist Boris the Animal (Jemaine Clement, „Flight of the Conchords“), letzter Vertreter einer kriegerischen Alien-Rasse, aus einem Hochsicherheitsgefängnis auf dem Mond ausgebrochen.

1969 verhinderte K durch die Implementierung eines Schutzschildes um die Erde die Invasion durch Boris‘ Volk und schoss dem Schurken obendrein einen Arm ab. Dessen Rachegelüste führen durch die Veränderung der Vergangenheit dazu, dass J eines Morgens einen ihn unbekannten Partner vorfindet. K selbst ist beim Kampf gegen den Unhold bereits Jahrzehnte zuvor ums Leben gekommen, ehe er die Invasion der außerirdischen Aggressoren abwehren konnte. Kurz bevor diese nun in der Gegenwart nachgeholt wird, begibt sich J selbst auf Zeitreise und paktiert mit Ks jüngerem – aber keinesfalls weniger knarzigem – Ich (Josh Brolin, „W.“), um Boris‘ Pläne zu durchkreuzen.

Smiths Auftreten mag bisweilen zu betont lässig wirken und auch längst nicht jeder Dialogwitz trifft gleichermaßen ins Ziel. Trotzdem ist „Men in Black 3“ eine liebevoll ausgestattete Genre-Posse mit launigen Darstellern und starken Tricks. Js Anpassungsschwierigkeiten an die 60er-Jahre sorgen nicht allein aufgrund seiner Hautfarbe für politische Seitenhiebe und Michael Stuhlbarg („A Serious Man“) macht als in die Zukunft schauendes Alien Griffin eine erinnerungswürdige (Neben-)Figur. Am Ende trifft Regisseur Barry Sonnenfeld („Schnappt Shorty“) auch melancholische Töne, wenn ein Blick auf Js Kindheit einen Kreis schließt, der das Verhältnis zu K in einem deutlich emotionaleren Licht erscheinen lässt. Ein insgesamt sehenswerter Blockbuster mit Witz und Blitzdings.

Wertung: 7 out of 10 stars (7 / 10)

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