Me First and the Gimme Gimmes – Ruin Jonny’s Bar Mitzvah (2004, Fat Wreck)

me-first-and-the-gimme-gimmes-ruin-jonnys-bar-mitzvahNachdem die Punkrock-All-Star-Cover-Band ME FIRST AND THE GIMME GIMMES bereits die wilden 60er und 70er auseinander genommen hat und auch Musical-Hits nicht vor ihnen sicher waren, lassen sie nun ein Live-Album auf die Welt los. Allerdings eines, das in dieser Form wohl niemand erwarten durfte. Über den Zweck von Live-Alben, gerade was Punkbands angeht, darf getrost diskutiert werden und sicherlich braucht die Menschheit keines von ME FIRST AND THE GIMME GIMMES. Doch wie man es von diesem reinen Spaßprojekt vermuten durfte, wurde hier aus der Not eine Tugend gemacht und die „Regeln” eines normalen Live-Albums komplett über Bord geworfen.

So quartierten sich die fünf Musiker nicht in einen verrauchten Club ein, um dort einen bunten Querschnitt ihres bisherigen Schaffens vor einem enthusiastischen Publikum zu zelebrieren, sondern stattdessen bot das jüdische Fest Bar Mitzvah den Rahmen für dieses Album. Gestandene Punkrocker also auf einem Familienfest. Dies wäre somit die erste Überraschung, doch die zweite folgt sofort hinterher: Denn statt bereits bekannte Titel ihrer Alben „Have a Ball”, „Are a Drag”, „Take a Break” oder „Blow in the Wind” zu verwursten, befinden sich lediglich neue und vorher noch nie gehörte Stücke auf „Ruin Jonny’s Bar Mitzvah”. Darunter sind allseits bekannte Titel wie „Hava Nagila”, „O Sole Mio”, „Auld Lang Syne“ oder „Stairway to Heaven”, die allesamt im typischen GIMMES-Sound aus den Boxen dröhnen. Dies ist wie üblich und gewohnt alles ganz nett und verleitet zu der ein oder anderen Zeitreise, für dauerhaften und langlebigen Spaß an der Sache reicht es aber auch hier nicht.

Ohne Frage werden auch von „Ruin Jonny’s Bar Mitzvah” einige Songs für bierselige Stimmung in der ein oder anderen Minute sorgen, für Nonstop-Unterhaltung langt es aber nicht, dies stand jedoch im Vorfeld eigentlich auch nie zur Diskussion. Spaß wird hier groß geschrieben und endgültig davon überzeugen kann man sich, wenn man die CD in den Rechner wirft und sich bei den darauf befindlichen Videos zu „Ole Sole Mio” oder „Hava Nagila” ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern lässt. Wenn Menschen zwischen zehn und 80 Lenzen zum Sound der GIMMES ihre Leiber gegeneinander werfen, ist dies schon sehr witzig anzuschauen und diese doch sehr seltsame Szenerie ist allein schon einen Blick wert. Musikalisch nicht ernst nehmen und einfach mal ein wenig Spaß haben, dann funktioniert auch „Ruin Jonny’s Bar Mitzvah“ ganz prächtig.

Wertung: (6,5 / 10)

scroll to top