Me First and the Gimme Gimmes – Have Another Ball (2008, Fat Wreck)

me-first-and-the-gimme-gimmes-have-another-ballDie Ideen scheinen dem Punkrock-Allstar-Quintett ME FIRST AND THE GIMME GIMMES um Fat Wreck-Oberhaupt Fat Mike nun wahrlich nicht auszugehen. Nachdem man sich schon an Musicals vergriff („Are a Drag“) und zuletzt Country („Love Their Country“) im typischen GIMME-Sound verwurstete, geht es nun zurück zu den Anfängen. Das erste Album „Have a Ball“ von 1996 ist wohl immer noch das beste Werk der Spaßpunker, auch wenn danach noch einige gute Alben und viele „neue“ Hits folgten. Genau aus diesen Anfangstagen sind noch einige Songs übrig geblieben, von denen zumindest ein Teil schon mal als Samplerbeiträge oder B-Seiten veröffentlicht wurden.

„Country Roads“ zum Beispiel ist auch in der GIMME-Version durchaus bekannt, das im Original von JIMMY CLIFF intonierte „The Harder They Come“ war schon auf dem 2003er „Warped Tour“-Sampler zu hören und auch die BILLY JOEL’sche Verramsche von „Only the Good Die Young“ dürfte bei einigen Erinnerungen hervorrufen. Sinn macht es aber durchaus, all die verstreuten Songs aus der Anfangszeit hervorzukramen und auf einen Silberling zu pressen, denn mehr Spaß als damals haben ME FIRST AND THE GIMME GIMMES auf Konserve nie wieder gemacht. Wo die Vorgänger immer wieder ein paar weniger gelungene Beiträge hatten, was sicherlich auch am mangelnden Bekanntheitsgrad der einzelnen Stücke liegen dürfte, hat „Have Another Ball“ wie sein bekannter Bruder keine größeren Ausschläge nach unten zu bieten. Etwas schwächer ist, wenn überhaupt, „Coming to America“ geraten, wobei man darüber gern hinwegsehen kann.

Ein „The Boxer“ entfacht einfach ein breites Grinsen, das wohl jede promillegetränkte Kehle an seine Grenzen bringen wird. Nicht weniger gelungen „Mahogany“ oder „Don’t Let the Sun Go Down On Me“. Man muss derlei Schabernack sicherlich mögen, aber wenn man das tut, wird man blendend wie lange nicht mehr von dieser Band unterhalten.

Wertung: (7,5 / 10)

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