Man Overboard / Senses Fail – Split (2015, Pure Noise Records)

man-overboard-sensel-fail-splitEs mag komisch anmuten, dass sich eine Band wie SENSES FAIL im Laufe ihrer Karriere nie an einer Split beteiligt hat. Aber gut, einmal ist eben immer das erste Mal, so dass die unbetitelte Digital-EP mit MAN OVERBOARD ihren Einstand in diesem Output-Metier bildet. Neben einem eigenen neuen Song werfen beide Combos noch eine Coverversion der jeweils anderen Formation in die Waagschale.

Den Anfang markieren MAN OVERBOARD, die mit „One Fixed Point“ eine zwar gewohnt weichgespülte, insgesamt aber durchaus ansprechende Pop-Punk-Nummer mit säuselnden Singalongs vorlegen. Dass beim Gespann aus New Jersey trotz gefälliger Veranlagung aber nicht allzu viel hängen bleibt, beweist die muntere Interpretation von „Cute When You Scream“, bei dem in bester Emo-Core-Tradition auch mal die Stimme erhoben werden muss.

Dass SENSES FAIL ihr Handwerk nicht verlernt haben, belegen sie mit „All You Need is Already Within“. Strukturell wendungsreich, mit düsterem Hauch und stimmlicher Wucht wenden sich die US-Ostküstler dem Post-Hardcore zu und packen die Chöre erst zum Breakdown-Part im Schlussdrittel aus. Für einen tieferen Eindruck sicher zu wenig, als Neugierde weckender Vorposten aber souverän platziert.

Das Cover von „Real Talk“ wirkt dank rauerem Gesang und typischen SENSES FAIL-Anklängen angenehm eigen und bereitet einen der besten MAN OVERBOARD-Songs packend auf. Wer in dieser Gegenüberstellung die Nase vorn hat, bedarf daher keiner Diskussion. Doch ist die Split für Fans beider Combos fraglos einen Blick wert und eröffnet darüber hinaus kurze Blicke über den jeweiligen Tellerrand.

Wertung: (6,5 / 10)

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