Karoshi Lovers – The Revolution is Over (2009, Riemu Records/Broken Silence)

karoshiloversrevolutionisoverDie Revolution ist vorbei! Als wüssten wir das nicht längst. Doch selten klang dies Resümee so mysteriös, so sonderbar, wie bei den KAROSHI LOVERS. Das finnische Trio versucht sich auf dem Debüt „The Revolution is Over“ an der bizarren Mischung aus Indie, Goth-Rock und Synthie-Pop im Retro-Gewand der 80er. Als Aushängeschild ist schnell Frontfrau Ms. Stress ausgemacht, die das musikalische Gesamtkunstwerk mal betörend, mal am Rande der Hysterie zum wortwörtlich künstlichen Produkt aufbauscht.

Ein Augenzwinkern lässt sich ihrem Album-Debüt nicht absprechen, das mit dem launigen Titeltrack temporäre Ausgelassenheit vortäuscht, um die Discokugel im weiteren Verlauf tiefschwarz anzupinseln. Die Kajal-Schatten um die Augenpartien fügen sich trefflich ins Gesamtbild, wenn dem avantgardistischen Ritt in die Dunkelheit auch der besondere Lichtblick abgeht. Eigenständig und mit der nötigen Selbstironie ist dies auditive Kabarett (inklusive einer Coverversion des GODFATHERS-Songs „Birth, School, Work, Death“) allemal aufgezogen. Der Verkettung flüchtiger Augenblicke fehlt aber schlicht der rote Faden. Ein eher gewöhnungsbedürftiges Vergnügen.

Wertung: (6 / 10)

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