Jumper (USA 2008)

jumperMenschen, die sich allein durch die Kraft ihrer Gedanken an jeden beliebigen Ort der Erde teleportieren können. Das klingt nach einem Stoff, wie gemacht für die große Leinwand. Zurück geht die Idee auf Steven Gould, dessen Roman „Jumper“ der verdiente „Bourne Identität“-Regisseur Doug Liman fürs Kino aufbereitete. Wie so oft aber wird das Versprechen der Vorlage durch die einfallslose Adaption gebrochen. Von der angestrebten Revolutionierung des Superhelden-Genres ist das immerhin stark getrickste Abenteuer damit einen Quantensprung entfernt.

Das liegt auch an Hauptdarsteller Hayden Christensen („Star Wars“), der abseits der sehenswerten Action- und Fantasy-Einlagen blass bleibt. Wirklich arg wird es, wenn Liman das Tempo zurückfährt und den von Christensen gespielten Jumper David in eine verkrampfte Romanze mit Jugendschwarm Millie (Rachel Bilson, „O.C. California“) verstrickt. Sie muss der einst sorgenfreie Twen, der mit seiner Gabe zur Sicherung des eigenen Lebensstandards in Banktresore eindringt, vor dem Zugriff des Paladins Roland (Samuel L. Jackson, „Snakes on a Plane“) bewahren.

Er und seine Mitstreiter wollen die Jumper und ihre Lieben um jeden Preis vernichten. Die Frage nach dem warum stellt man dabei besser nicht. Über den Schicksalsgenossen Griffin (Jamie Bell, „King Kong“) erfährt David vom jahrhundertelangen Krieg der Parteien und der religiösen Motivation der Paladine. Damit hat es sich dann auch. Der Rest ist plump zusammengeschustertes Krawallkino in Popcornmanier, bei dem sich problemlos unterhält, wer sein Hirn ausschaltet. Denn durch die heuer aufklaffenden Plotlöcher könnte auch der Zuschauer problemlos hindurchschlüpfen.

Zwar springen die Jumper in sekundenschnelle durch Städte, Zeitzonen und Kontinente, werden abseits des Effekte-Overkills aber kaum mit Leben gefüllt. Gleiches gilt für den übrigen Cast, bei dem unter anderem Diane Lane („Untreu“) als Davids langvermisste Mutter lediglich zum aus jeglichem Zusammenhang gerissenen Beiwerk verkommt. So erhärtet sich der Verdacht, dass dem Publikum wesentliche Elemente der Geschichte, wie schon bei Limans „Mr. & Mrs. Smith“, einfach vorenthalten werden. Vielleicht wird der Film ja in einer späteren DVD-Auswertung mehr Sinn ergeben. Besser wird er dadurch aber vermutlich nicht.

Wertung: (5 / 10)

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