Jukebox Pussy’s – Game. Set. War! (2012, DIY)

Räudiger Punk’n’Roll ist überall zu Hause. Auch im niederrheinischen Wesel, das von den JUKEBOX PUSSY’S seit 2007 auf der Landkarte des schweißtreibenden Rotz-Rocks verortet wird. Nach zwei Demos legte der Fünfer mit „Game. Set. War!“ unlängst eine wiederum in Eigenregie aufgenommene 5-Track-EP vor, die naturgemäß nur eine Richtung kennen kann. Denn wie beim mächtigen Haifisch bedeutet Stillstand auch für Bands im Metier der bierseligen Kreativ-Kraftmeierei unweigerlich den Tod.

Wer nun will kann sich an (hinkenden) Vergleichen zu BOOZED oder ELECTRIC FRANKENSTEIN ergötzen. Scheuen brauchen die JUKEBOX PUSSY’S diese zwar nicht, doch trüben sie schlicht den Blick auf das Wesentliche. Und das bedeutet auch hier kurzweilig knackige Punk-Rhythmen mit reichlich Energie und variablem Reibeisengesang, der bei den Refrains gern mehrstimmige Unterstützung erfährt. Abgeschmeckt wird der bewährt markige Sound durch standesgemäße Gitarrensoli und bereits über Titel wie „Hardworking Underdog“ oder „Hell’s Waitin‘“ transportiertes Straßen-Pathos. Zwingend neu ist das natürlich nicht, Freunde des Genres werden aber garantiert nicht enttäuscht sein!

Wertung: 7 out of 10 stars (7 / 10)

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