A.M.P. – Fermo Immagine (2022, DIY)

For English version see below!

Zu manchen Platten kommt man ganz unvermittelt: Beim diesjährigen „Punk in Drublic“-Gastspiel in Oberhausen stand vor der Turbinenhalle Leo von „Pogoverdächtig und Kopfkrank“, der gegen einen freiwilligen Obolus zwei CDs anbot, an denen der Autor dieser Zeilen unmöglich vorüberschreiten konnte. Die eine, ein von ihm kompilierter Deutsch-Punk-Sampler, auf der sich auch eine seiner eigenen Bands (ATTITUDE CHAOS) findet, die andere das frisch gepresste Albumdebüt der italienischen Combo A.M.P. Müßig zu erwähnen, dass der auf den Stufen der Spielstätte harrende Leo auch an dessen Produktion beteiligt war.

Nun aber genug des Vorgeplänkels, das lediglich als Beleg dafür dienlich erscheint, auch solchen Bands eine Chance einzuräumen, deren Existenz der eigenen Kenntnis – und daneben wohl auch der vieler anderer – bislang verborgen blieb. Denn „Fermo Immagine“, besagtes Blindkauf-Album, ist ein handfester Knaller! Über zehn Tracks zelebriert das Trio aus Massafra Punk’n‘Roll ohne Wenn und Aber. Oder Schnörkel und Gedöns. Der Auftakt, „Anarchist“, geht gleich mit Dynamik und schickem Refrain nach vorn. Damit kann eigentlich nichts schiefgehen. Zumal die Eigenkompositionen von starken Coverversionen flankiert werden: einer fetzigen Punk-Variante von Elton Johns „The Cage“, der Eigeninterpretation des GUNS N‘ WANKERS-Hits „Blah Blah Blah“ sowie (zum Abschluss) „Soldier’s Eyes“ von Jack Savoretti.

Gesungen wird weitgehend auf Englisch (als weitere Anspieltipps dienen sich „Stop“ und „The Wall“ an). Mit „A Bordo“ und dem erstklassigen Titelstück finden sich aber auch zwei Nummern in Landessprache auf „Fermo Immagine“. Und um es am Ende kurz zu machen: Der Erstling von A.M.P. ist ein authentisches, mit Leidenschaft geschmettertes Stück Musikuntergrund. Um selbiges zu erleben, muss indes nicht darauf gewartet werden, Leo auf dieser oder jener Treppe anzutreffen. Einfacher geht’s über Bandcamp oder PuKo Music. In diesem Sinne: Gebt den kleinen, den unbekannten Bands eine Chance. Es lohnt sich!

Some records you get quite unexpectedly: At this year’s “Punk in Drublic” event in Oberhausen, Leo from “Pogoverdächtig und Kopfkrank” was standing in front of the Turbinenhalle, offering two CDs for a voluntary contribution, which the author of these lines could not possibly pass by. One, a German punk sampler compiled by him, on which one of his own bands (ATTITUDE CHAOS) can be found, the other the freshly pressed album debut of the Italian combo A.M.P. Needless to say that Leo, who was waiting on the steps of the venue, was also involved in its production.

But enough of the preliminary trivia, which only serves as confirmation to also grant a chance to lesser known bands. Because “Fermo Immagine”, said blind purchase album, is a solid banger! Over ten tracks, the trio from Massafra celebrates punk’n’roll without ifs and buts. Or flourishes and fuss. The opener “Anarchist” goes straight forward with dynamics and a great chorus. Nothing can go wrong with that. Especially since the original compositions are flanked by strong cover versions: a groovy punk variant of Elton John’s “The Cage”, an interpretation of the GUNS N’ WANKERS hit “Blah Blah Blah” as well as (right at the end) “Soldier’s Eyes” by Jack Savoretti.

Most of the songs are sung in English (“Stop” and “The Wall” serve as further play tips). But with “A Bordo” and the first-class title track there are also two numbers in the national language on “Fermo Immagine”. And to make it short in the end: A.M.P.’s debut is an authentic piece of music underground, blasted with passion. However, to experience it, you don’t have to wait to meet Leo on this or that staircase. It’s easier to get it via Bandcamp or PuKo Music. In this respect: Give the small, the unknown bands a chance. It’s worth it!

Wertung: 7.5 out of 10 stars (7,5 / 10)

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