Im Fadenkreuz – Behind Enemy Lines (USA 2001)

im-fadenkreuz-behind-enemy-linesIrgendwo in der Adria, auf einem amerikanischem Flugzeugträger: Der Krieg im ehemaligem Jugoslawien ist zu Ende und die US-Truppen sollen lediglich den Abzug der serbischen Streitkräfte überwachen. Aufgrund der Eintönigkeit hat Lt. Chris Burnett (Owen Wilson) schriftlich seinen Ausstieg aus der Army eingereicht und holt sich dafür von Admiral Reigart (Gene Hackman) einen Rüffel ab. Zur „Strafe” teilt Reigart ihn und Co-Piloten Stackhouse (Gabriel Macht) an Weihnachten für einen Aufklärungsflug über Bosnien ein. Dabei bemerken die beiden seltsame Aktivitäten auf feindlichem Gebiet. Wie es natürlich kommt, werden sie von den Serben abgeschossen. Bei der waghalsigen Rettung mit dem Schleudersitz verletzt sich Stackman und wird am Boden von den Serben erschossen. Burnett muss sich nun allein durch feindliches Gebiet zu seinen Leuten durchschlagen, denn ein Rettungseinsatz für den „verlorenen Sohn” kommt nicht in Frage, da sonst die gesamte Friedensmission scheitern könnte.

Hollywood hatte vor dem 11.September eine ganze Reihe Kriegsfilme produziert, die aufgrund der bekannten Ereignisse erst einmal in sichere Verwahrung genommen wurden und nun langsam das Licht der Welt erblicken. Neben „Im Fadenkreuz – Behind Enemy Lines” zählt auch der vor einigen Wochen im US-Kino angelaufende „Black Hawk Down” dazu und demnächst wird auch Mel Gibson in „We Were Soldiers” das Kriegsthema anhand des Beispiels Vietnam aufgreifen. Als Hintergrund für „Im Fadenkreuz” soll der 1995 über Bosnien-Herzegovina abgeschossene Amerikanische Pilot Scott O’Grady erhalten, der sich fast eine Woche vor den Serben versteckte, allerdings weniger spektakulär als in diesem Film gezeigt wird. Hier darf wieder einmal Amerika ein Loblied auf sich selbst zum Besten geben und wie uns Gene Hackmann (der in „Bat-21″ selbst schon als Soldat hinter feindlichen Linien abgeschossen wurde) als Admiral Reigart zu Beginn des Film erläutert, befinden sich amerikanische Soldaten immer im Krieg, es sein denn, sie sind in der Heimat stationiert. Ne, is’ klar gworden.

Owen Wilson, bekannt aus Komödien „Zoolander” oder „Meine Braut, ihr Vater und ich” rennt in diesem Spektakel vor den Serben und jeglicher Realität davon. Eine der peinlichsten Sequenzen ist die, in der er durch ein Minenfeld rennt und zu beiden Seiten eine Explosion die nächste jagd, seine Feinde pulverisiert werden, doch Wilson hat nicht mal Ohrensausen. Klasse! Auch der Ice Cube-ähnliche Freiheitskämpfer mit Coca-Cola Flasche zum Ende des Films fügt sich nahtlos ins mäßige und ungemein pathetische Gesamtbild. Dass die einzig Guten in diesem spekulativen Machwerk die Amerikaner sind, versteht sich von selbst, denn auch auf die UN-Truppen ist in solch einer Siuation kein Verlass, wie uns der Film erklärt. Der Film ist nicht sonderlich aufregend und wie er ausgeht, weiß man schon beim Vorspann. Dass Regiesseur John Moore mal Werbefilmer war, merkt man nicht nur einmal sehr deutlich. Zu den optischen Spielereien wird jeder seine eigene Meinung haben, hier wirken sie jedoch arg deplaziert. Einige gelungene Szenen hat der Streifen zwar, doch insgesamt ist das immer noch eine 4-. Setzen.

Wertung: 4 out of 10 stars (4 / 10)

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