Good Advice – Guter Rat ist teuer (USA 2001)

good-advice-guter-rat-ist-teuerEs gibt Komödien, die einfach Spaß machen, die nett unterhalten, charmante oder leicht schrullige Charaktere übereinander stolpern lassen und Romantik versprühen. Sie geben dem Zuschauer schlicht ein gutes Gefühl, das die gängigen Emotionen und Gedanken des mitunter tristen Alltags in die wohlig-warme Welt des heilen Hollywood transferiert. Ein Oscar-prämiertes Beispiel ist „Besser geht´s nicht”.

Auf der anderen Seite wiederum gibt es Komödien, die dem Betrachter im Rahmen ihrer beinahe erschreckenden Einfallslosigkeit lediglich ein müdes Gähnen entlocken können, die mit tiefen Griffen in die Klischeekiste nur farblose Charaktere ans Tageslicht fördern und mit derart konstruierten Plots aufwarten, dass daneben selbst Daily-Soaps zu dramaturgischen Meisterleistungen avancieren.

Die von Regisseur Steve Rash („Schwiegersohn Junior”, „Eddie”) holprig inszenierte Romantik-Posse „Good Advice” ist solch ein trauriger Fall. In Amerika lediglich für den Videomarkt produziert, stattete der im Herrschaftsgebiet der unlängst verstorbenen Regielegende Billy Wilder wildernde Streifen bei uns sogar manch heimischem Lichtspielhaus einen Besuch ab und stank erwartungsgemäß beim Publikum ab. Völlig zu Recht, denn hier stimmt einfach gar nichts. Angefangen bei Charlie Sheens („Wall Street”) filmischen Rehabilitationsbemühungen nach Alkohol- und Prügelexzessen über Denise Richards („Wild Things”) grottenschlechtem Auftreten bis hin zur lieblosen Umsetzung des klischeeüberfrachteten Drehbuchs.

Die altbackene Geschichte dreht sich um die charakterliche Kehrtwendung eines arroganten Börsenjuppies (Sheen), der nach dem bodenlosen Fall ins Karrierenichts und der daraus resultierenden Abservierung durch seine eingebildete wie strohdumme Freundin (Richards) gezwungenermaßen deren mäßig erfolgreiche Kummerkastenkolumne übernimmt. Fortan verstrickt er sich in ein Geflecht aus Lügengeschichten, erobert das Herz der resoluten wie verbitterten Verlegerin Page (Ex-Model Angie Harmon) und bewahrt das Verlagshaus durch den plötzlichen Erfolg der Rubrik obendrein vor dem Konkurs.

Der Film offenbart dem Zuschauer frühzeitig blanke Ideenlosigkeit und schickt die bemüht wirkenden, aber kaum überzeugenden Darsteller durch arg konstruiertes Kalauer-Ödland. Dabei vermag kaum ein Gag zu zünden und „Good Advice” lässt darüber hinaus sämtliche Geradlinigkeit vermissen. Zudem nervt die sich plump aufdrängende Pseudo-Dramaturgie in Verbindung mit absoluter Vorhersehbarkeit. Also, zurück mit dieser unkomischen Komödie ins staubige Videoregal! Da hat Charlie Sheen mehr unterhalten, als er im Suff noch Paparazzi vermöbelt hat.

Wertung: (3,5 / 10)

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