Food, Inc. (USA 2008)

foodincDu bist was du isst. Sollte dies Sprichwort tatsächlich der Wahrheit entsprechen, müssten viele Menschen ihr Essverhalten grundlegend überdenken. In Deutschland ist die Diskussion um das Für und Wider von biologischer und konventioneller Landwirtschaft sowie Tierhaltung seit einigen Jahren in vollem Gange. Das Lager der Bio-Befürworter, die mit dem Kauf von unbelasteten saisonalen und regionalen Erzeugnissen auch der Macht der Lebensmittelindustrie Grenzen setzen, wächst beständig. Auf einen solch aufgeklärten Wissensstand können die Amerikaner vielerorts jedoch nicht verweisen.

Abhilfe schaffen soll Robert Kenners Oscar-nominierter Dokumentarfilm „Food, Inc.“, der sich der Monopolisierung der Nahrungserzeugung widmet und den Einfluss der Konzerne auf das Essverhalten einer ganzen Nation beschreibt. Die in einem US-Supermarkt durchschnittlich angebotenen 47.000 Produkte verschleiern, dass für deren Produktion nur einige wenige Firmen verantwortlich sind. Beispielhaft wird dieser Zustand am Fleischmarkt veranschaulicht. Gab es zu Beginn der Neunzehnsiebziger noch mehrere Tausend fleischverarbeitende Unternehmen, sind es gegenwärtig lediglich noch 13.

Sachlich und ohne die polemisierende Ader eines Michael Moore taucht Kenner in das Thema ein und wird u.a. von Autor und Journalist Michael Pollan („Fast Food Nation“) argumentativ gestützt. Bei der Geflügelproduktion zeigt der Filmemacher die systematische Abhängigkeit kleiner Hühnerhalter von den Großkonzernen, die artgerechte Tierhaltung für den möglichst hohen Fleischertrag konsequent ignorieren. Aus Angst vor Sanktionen ist kaum ein Farmer bereit vor der Kamera offen über die Praktiken der Industrie zu sprechen. Nicht anders verhält es sich beim Markt für Saatgut. Den beherrscht Industrie-Multi Monsanto und verhindert durch starke Lobby die Kennzeichnung genetisch veränderter Feldfrüchte.

Fast 70 Prozent der vom Konzern verarbeiteten Produkte enthalten gen-modifizierte Bestandteile. Vor allem Mais, dessen Anbau in den USA noch immer massiv subventioniert wird, dient als Futtermittel bei der Fleischproduktion. Besonders bei Rindern (von Natur aus Grasfresser) führt das zur Verbreitung von Bakterien, die letztlich auch auf den Menschen übergreifen und sogar den Tod bedeuten können. Der Profit steht für die Konzerne oftmals schlicht vor der Gesundheit der Verbraucher. Dabei ist allein er es, der die Macht der Großunternehmen, die ihren Einfluss durch Verordnungen und Gesetze vehement zu wahren versuchen, mit dem Kauf biologisch erzeugter Nahrungsmittel brechen kann.

Wertung: (8 / 10)

scroll to top