Metropolis 2000 (I 1982)

metropolis-2000„We know no mercy. We are the Templars. The Warriors of vengeance. We are the Templars. The high priests of death. We´ve been chosen to make others pay for the crime of being alive. We guarantee that all humanity accomplishes and heirs of the nuclear holocaust will be wiped out once and for all. And the seed of man will be cancelled forever from the face of the earth.“ – Ein Mann mit Vision: One

In der Gegenwart wird die überholte Zukunft der Vergangenheit zum Retrofuturismus. Mit diesem erhalten düstere Prophezeiungen einer hässlichen Endzeit ihre potentielle Erfüllung, wobei schrille 80´s-Frisuren, breite Schulterpolster und (wahlweise) Synthie- oder Rockmusik von Vorvorgestern wohlwollend ignoriert werden sollten. Obwohl gerade diese Ingredienzien, neben B-Produktionsniveau und Trash-Charme, den oft immensen Unterhaltungswert ausmachen. Auf die Spitze (der Lächerlichkeit) trieben die Post-Apokalypse die Italiener, wo in den frühen Achtzigern eifrig „Mad Max“ und Co. nachgeeifert wurde.

Einer der drolligsten Beiträge dieser Zeit ist „Metropolis 2000“, der auch als „Warriors of the Wasteland“ oder, dem Originaltitel entsprechend, „The New Barbarians“ namhaft wurde. Entsprechend rüde Umgangsformen herrschen in Enzo G. Castellaris („Ein Haufen verwegener Hunde“) Science Fiction-Klopper vor, der sich ungeniert mit Motiven aus Barbaren-Fantasy und Spaghetti-Western schmückt. Für Trubel sorgt der bewährte George Eastman („Man-Eater“), den es als Bandenführer One nach der Auslöschung der verbliebenen Menschheit gelüstet. Und so machen er und seine in religiöser Verbundenheit mordenden Templer die kargen Lande einer verwüsteten Erde unsicher.

Die weiße Farbgebung von Fahrzeugen und Ausrüstung steht der diametral ans Revers gehefteten Ideologie völliger Auslöschung entgegen. Wie auch Scorpion (Giancarlo Prete, „Riffs II“), der völlig blasse, aber nicht ganz einsame Fremde, der Pferd gegen Rennflitzer mit Glaskuppel eingetauscht hat. Und vor seinem Wage(n)mut fürchtet sich selbst der unerbittliche One. Mit dem bewährten Schreiberling Tito Carpi („Tuareg“) entfesselt der durchaus honore Castellari auf dieser Grundlage eine postapokalyptische Sause, bei der Maschinengewehre klingen wie einschlägige Laserpistolen und diverse Dummies wahlweise überfahren, enthauptet oder effektvoll zum Platzen gebracht werden.

Auf der Zielgeraden offenbart die krude B-Action zart homophobe Tendenzen, wenn sich One strafend am gefangenen Scorpion vergeht. Ans Leder geht es dem Schurken mit Unterstützung des Explosiv-Bogenschützen Nadir (Fred Williamson, „Black Cobra“) und einem kindlichen Mechaniker (Giovanni Frezza, „Das Haus an der Friedhofmauer“) aber trotzdem. Wie die Schose ausgeht kann man sich denken, der Weg zur finalen Konfrontation hält aber ein paar verrückte Ideen, Frisuren und Dialoge bereit. Ein hochgradig bekloppter, aber ebenso vergnüglicher Film.

Wertung: (5 / 10)

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