Phoenix – The Warrior (USA 1988)

phoenixwarriorJetzt aber im Galopp Richtung Endzeit. Natürlich mit Voice Over. Der berichtet vom atomaren Holocaust, der die Welt in Rauch aufgehen ließ – und mit ihr weite Teile des männlichen Geschlechts. Die Herrschaft obliegt fortan den Frauen, wobei sich insbesondere Knittertante Reverend Mother (Sheila Howard, „Killer Workout“) hervorgetan hat, die es als Kopie des Sternenimperators aus „Star Wars“ in einen mit Zellophanfolie geschmückten Keller verschlagen hat. Von dort aus koordiniert sie Befruchtungsversuche und die Jagd auf die bereits schwangere Keela (Peggy Sanders, „Cyber Tracker 2“).

Die erwehrt sich des Zugriffs von „Mutter“ und ihrer rechten Hand Cobalt (Persis Khambatta, „Megaforce“) mit Hilfe der schlagkräftigen Amazone Phoenix (Kathleen Kinmont, „Bride of Re-Animator“). Und so balgt sich das Duo durch wüste Sets und improvisierte Kulissen, schlägt sich mit TV-Magazine bibelhaft rezitierendem (!) Mutantengesocks herum und gabelt den einzigen frei umherziehenden Kerl (als Statist schon in „Die Klapperschlange“ dabei: James Emery) auf, der Einfachheit halber Guy genannt. Dessen Schnurbart und die knallenge Jeans lassen bereits erahnen, in welcher Zeit „Phoenix – The Warrior“ dereinst entstand.

Der Look von Robert Hayes´ (hauptsächlich als Kameramann in Erscheinung getreten, u.a. bei „Grand Theft Parsons“) 1988 gedrehtem Sci-Fi-Abenteuer aber verortet das käsige Spektakel, mit dem bestenfalls knallhart gesottene Trash-Liebhaber hinter dem heimischen Ofen hervor gelockt werden dürften, eher in den technischen Niederungen der frühen Achtziger. Geld jedenfalls stand keines zur Verfügung und so beschränkt sich die Ausstattung denn auch auf das Notwendigste. Hier mal schnell eine Arena aus dem Boden gestampft, dort eine Behausung aus Sperrmüll gezimmert.

Mit großem Kaliber wird auch mal dezent saftend das Feld gelichtet, ansonsten war nicht mal Kleingeld für ein den Schwangerschaftsbauch simulierendes Kissen da. So darf Keela den Waschbrettbauch behalten und nach kurzem Zeitsprung einen kerngesunden und bereits in Waffenbeherrschung geschulten Jungen vorweisen. Die Keilereien gehen natürlich weiter, schließlich muss Mutter Oberin und ihr martialisches Gezumpel noch ordentlich den Arsch voll kriegen. Die Schnauze voll haben darf dagegen recht schnell bereits der Betrachter. Neben ein paar wohlwollenden Schmunzeleien gibt es in dieser Postapokalypse nämlich ausschließlich Langeweile.

Wertung: (3 / 10)

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