Final Call (USA 2004)

final-callIn B-Movie-kundigen Kreisen hat der Name Larry Cohen aufgrund seiner „It´s Alive!“-Reihe ein gewisses Gewicht. Hauptsächlich betätigt sich der Regisseur und Produzent jedoch als Autor. Nach Drehbüchern zu „Best Seller“, „Maniac Cop“ und „Uncle Sam“ landete er mit seinem Skript zum Low-Budget-Kassenschlager „Phone Booth“ (2002) einen veritablen Volltreffer. Grund genug, den Thriller-Plot ums liebe Telefon zu einer eigenen Trilogie auszubauen. Dachte sich zumindest Larry Cohen und brachte mit „Cellular“ gleich den nächsten Telefonstreich zu Papier. Das sich dieser allerdings nahtlos ins nervige Niemandsland zwischen Jamba Spar-Abo und Sweety-Terror einreiht, war nach dem zumindest cleveren Konzept von „Phone Booth“ jedoch nicht zu erahnen.

Eines sonnigen Morgens wird die Lehrerin Jessica Martin (Kim Basinger, „L.A. Confidential“) in ihrem Haus von unbekannten Überfallen und entführt. Aus den Überresten eines zerstörten Telefons kontaktiert sie den einfältigen Jüngling Ryan (Chris Evans, „The Perfect Score“) auf seinem Handy. Der glaubt zunächst an einen üblen Scherz, erklärt sich jedoch dazu bereit, sein Mobiltelefon einem Polizisten zu übergeben. Als die Verbindung abzubrechen droht, begibt sich Ryan auf eigene Faust auf die Suche nach Jessica und den Hintermännern des Verbrechens.

Angeführt vom skrupellosen Ethan (Jason Statham, „The Italian Job“) verlangen die Entführer ein Videoband von Jessicas Ehemann und verschleppen als weiteres Druckmittel auch deren gemeinsamen Sohn. Damit ruht die letzte Hoffnung der Martins auf den Schultern des unfreiwilligen Ermittlers Ryan. Und der gerät zusehends selbst in Lebensgefahr, deckt er doch ein Komplott innerhalb des lokalen Polizeiapparates auf. Unerwartete Hilfe leistet dabei einzig der verschrobene Cop Mooney (William H. Macy, „The Cooler“).

Genügte bei „Phone Booth“ noch eine einzige Straßenecke als Ort der Handlung, wird jener bei „Cellular“ – in Deutschland mit „Final Call“ betitelt – auf ein ganzes Stadtgebiet ausgeweitet. Das ermöglicht „Final Destination 2“-Regisseur David R. Ellis zwar von Beginn an ein hohes Tempo, doch ist sein unterhaltsamer wie sinnentleerter Streifen nicht mehr als anspruchsloses Hollywood-Einerlei von der Stange. Streckenweise nicht unspannend geraten, bewegt sich der absurde Plot abseits jedweder Realität und lässt zwischen körperfettfreier Strandpromenade und standardisierten Verfolgungsjagden im Feierabendverkehr kaum ein Klischee außen vor.

Auch darstellerisch ist trotz der guten Besetzung kein Licht am Ende des Tunnels zu erspähen. Chris Evans wird als dröge Dumpfbacke vorgestellt und mausert sich im Anschluss innerhalb von Sekunden zum strahlenden Ritter in glänzender Rüstung. Oscar-Preisträgerin Kim Basinger wird auf pure Hysterie reduziert und bleibt, wie der solide – auf liebenswerten Loser geeichte – William H. Macy chronisch unterbeschäftigt. Zu guter letzt markiert „Transporter“ Jason Statham den wohl farblosesten Kinoschurken der Saison. Was bleibt ist eine solide Inszenierung und vorhersehbare Wendungen nebst Holzhammerlogik. Nicht viel, aber vielleicht genügt es manch einem ja zum Download des Soundtracks aufs eigene Handy!

Wertung: (4 / 10)

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