27.02.2005 – Jimmy Eat World / Apartment – Köln, Palladium

JIMMY EAT WORLD waren mal wieder zu Gast in Deutschland, was vor allem volle Hallen bedeutet. War die Live Music Hall bereits vor zwei Jahren im Rahmen der „Bleed American”-Tour ausverkauft, so wurde dies auch in diesem Jahr frühzeitig angekündigt und ein Umzug ins wesentlich größere Palladium war die logische (wenn auch mich nicht zufriedenstellende) Konsequenz.

Die Parksituation war an diesem nervig kalten Tag mehr als schwierig, denn im benachbarten E-Werk traten WITHIN TEMPTATIONS auf, so dass nicht wenige Zuschauer einen kleinen Gewaltmarsch auf sich nehmen mussten. Aber was tut man nicht alles für Bands wie diese? Dafür war die Schlange vor der Halle umso kleiner bzw. überhaupt nicht vorhanden. Auch drinnen war nicht so viel los wie erwartet, insgesamt werden es an diesem Abend etwa 2.500 bis 3.000 Menschen gewesen sein Das klingt zunächst nach viel, jedoch nicht für die Verhältnisse des Palladiums. Um Viertel nach acht bestiegen dann unter schon achtbarem Jubel der Menge APARTMENT von der britischen Insel die Bühne, konnten jedoch in den folgenden etwa 35 Minuten keine Bäume ausreißen. Sichtlich bemüht, konnte das Quartett in der kalten Halle jedoch keine großen Resonanzen hervorrufen, wenn auch zwischendurch schon fast übertrieben artig geklatscht wurde.

Um Viertel nach zehn dann war es Zeit für JIMMY EAT WORLD, die mit ihrem letzten Album „Futures” wieder einmal ein absolut begeisterungsfähiges Album veröffentlichten und die unter großem Jubel die Bühne betraten. Zum Einstand gab es direkt „Bleed American”, kurze Zeit später bereits das begnadete „No Sensitivity” von der Split-EP mit JEBEDIAH und die Stimmung kochte förmlich. Das von JIMMY EAT WORLD vorgetragene Programm beschränkte sich zu einem großen Teil auf das neue Album „Futures”, von dem u. a. „Work”, „Nothing Wrong“, der Titeltrack oder als letztes Stück „Pain” gespielt wurden. Doch wie es sich für ein JIMMY EAT WORLD-Konzert gehört, ging es quer durch (fast) alle Alben und alle relevanten Hits wurden bedacht. Mit Ansagen hielt sich Frontmann Jim Adkins wieder einmal zurück, doch stand die Band auch noch nie für große Worte auf der Bühne.

Dafür war ihre Show umso begeisternder und glücklicherweise war zudem der Sound am heutigen Abend besser als es schon häufig vorher im Palladium der Fall gewesen war. Nach etwa 70 Minuten gab es mit dem überall mitgesungenen „Sweetness” einen ersten Abschied, um jedoch in der Zugabe in Form von „Crimson & Clover”, „The Middle” sowie dem abschließenden „Pain” nach fast anderthalb Stunden einen schönen Abend zu beenden. Es war sicherlich nicht das beste Konzert von JIMMY EAT WORLD, denn allein gemssen an der Größe des Palladiums kann nicht die Atmosphäre aufkommen, wie es bspw. in der Live Music Hall vor etwa zwei Jahren der Fall war. Doch sind die Herrschaften um Frontmann Jim Adkins ihrem Ruf als erstklassige Live-Band wieder einmal mehr als gerecht geworden und angesichts der Fülle an Hits und fast 90 Minuten Spielzeit dürfte keiner der Anwesenden etwas zu meckern gehabt haben.

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