Ein Loch im Dollar (I/F 1965)

einlochimdollarAbermals gibt Italo-Western-Beau Giuliano Gemma („Blutiges Blei“) den Mann aus Virginia, erneut geht er dabei auf große Abrechnungstour. In „Ein Loch im Dollar“ gibt es diversen Unholden eben solche in die Weste zu brennen, haben die doch den Bruder des Südstaatlers auf dem Gewissen. Nach dem Bürgerkrieg trennten sich ihre Wege. Den einen zog es nach Westen, den anderen, Gary O´Hara (Gemma), zurück zur Frau nach Richmond. Von der Heimat aus folgt er dem Anverwandten wenig später, um in der Ortschaft Yellowstone ohne Pferd und Barschaft zu stranden.

Er heuert beim zwielichtigen Geschäftsmann McCoy (Pierre Cressoy, „Kopfgeld: Ein Dollar“) an, der die lokalen Farmer unterdrückt, um sie von ihrem Land zu vertreiben. Dazu bedient er sich dem Gespenst marodierender Konföderierter, die aber allesamt seiner Gehaltsliste entstammen. Gary soll den vermeintlichen Anführer der plündernden Horde stellen, staunt aber nicht schlecht, als er seinem Bruder Phil (Nazzareno Zamperla, „Hügel der blutigen Stiefel“) gegenüber steht. Schüsse fallen, McCoy triumphiert. Doch im Gegensatz zu Phil ist Gary mitnichten tot. Eine Dollarmünze hat die für ihn bestimmte Kugel aufgehalten.

Dem stilsicheren Trickfilmvorspann folgt ein vorhersehbarer Standard-Western, der von der Präsenz Gemmas und der soliden Regie Giorgio Ferronis lebt, der den Schauspieler auch in „Wanted – Für drei lumpige Dollar“ und „Tampeko“ inszenierte. Das Gut-Böse-Schema wird nur in der Hintergehung der Brüder variiert. Der vor Gary beschuldigte Phil erwies sich als einzige Hilfe der Farmer, die der Tyrannei McCoys schutzlos ausgeliefert sind. An des Bruders statt mischt nun der andere O´Hara Yellowstone auf, infiltriert die Plünderer und rechnet schließlich mit den Drahtziehern ab. Die zwischenzeitliche Ankunft von Garys Frau Judy (Ida Galli, „Adios Gringo“) aber spielt den Schurken ein probates Druckmittel zu.

Bei aller Routine bleibt „Ein Loch im Dollar“ Genrekost von der Stange. Weder die Motive, noch deren Abspulung bergen Überraschungen, die der spannungsarmen Pferdeoper den Sprung über den Durchschnitt ermöglichen würden. Dank der guten Besetzung – mit Nello Pazzafini („Beichtet Freunde, Halleluja kommt“) und Franco Fantasia („Django und Sabata – wie blutige Geier“) finden sich vor allem bekannte Banditenvisagen – und der Vorstellung des Hauptakteurs wird daraus ein passables Spektakel. Höhepunkte sucht man aber besser woanders.

Wertung: (5 / 10)

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