Drei gegen Sacramento (I/E 1963)

drei-gegen-sacramentoAuf seiner Ranch ist Diego Martinez auf Gold gestoßen. Zusammen mit seinen Kindern, dem aufschneiderischen Manuel (Giacomo Rossi-Stuart, „Keinen Cent für Ringos Kopf“) und der impulsiven Elisa (Sara Lezana, „Alfreds unheimliche Begegnung mit der Reizwäsche“), fördert er den Reichtum zu Tage. Doch der unverhoffte Geldsegen ruft Neider auf den Plan, die in Gestalt dreier Banditen die widerrechtliche Aneignung proben. Dabei wird Diego erschossen, was dessen Ziehsohn Ricardo (Richard Harrison, „Zwei Halleluja für den Teufel“), frisch vom Guerillakrieg in Mexiko zurück, zur Mördersuche anspornt.

„Drei gegen Sacramento“, auch „Duell in Texas“ betitelt, zählt zu den Vorläufern der großen Welle des Italo-Westerns. Doch entpuppt der sich schnell als klischeebeladenes B-Movie. In Musik- und Figurenführung deutlich von amerikanischen Vorbildern beeinflusst, mangelt es dem Film neben einer spannend erzählten Geschichte vor allem an formaler Finesse. Regisseur Ricardo Blasco („Zorros grausamer Schwur“) versucht sich an einer leichten Inszenierung, was den dramatischen Wendungen nur bedingt zum Vorteil gerät.

Langatmig und dröge schleppt sich der vorhersehbare Plot seiner Wege. Trotz hohem Aufkommen an Verdächtigen, die vom Sheriff bis zur Bardame auf ihre Art natürlich alle schuldig sind, stellt sich kein Vorwärtskommen ein. Schwülstige Dialoge und statische Darsteller geben den schematischen Wildwestspielen den Rest. Hauptakteur Harrison, der später bevorzugt in billigen Kung Fu-Filmen mitwirkte, genügt dabei als schwacher Vorgriff später zum Archetyp stilisierter Revolvermänner. Gänzlich schlecht ist er nicht, an die Kaltschnäuzigkeit des Fremden ohne Namen kommt er trotzdem nie heran.

Von Interesse sind hier nur die Fußnoten: Hinter dem Pseudonym des Komponisten Dan Savio verbirgt sich Ennio Morricone, der durch seine Zusammenarbeit mit Sergio Leone („Spiel mir das Lied vom Tod“) zur Ikone wurde. Doch zeugen seine Klänge hier noch lange nicht von der späteren Brillanz. Als Jack Dalmas bedient überdies Massimo Dallamano die Kamera. Bei Leones ersten zwei „Dollar“-Filmen leistete er überzeugendere Arbeit. Zu seiner Zeit mag „Drei gegen Sacramento“ gängiger Unterhaltungskonvention entsprochen haben. Heute ist der Stoff nicht nur längst überholt, sondern selbst für hartgesottene Genrefreunde eine echte Bewährungsprobe.

Wertung: (3 / 10)

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