Female Justice (USA 1996)

femalejustice„Na, was siehst du so alles auf deinem kosmischen Pfad?“ – Janna
„Bedrohliches Donnergrollen. Das sieht nach Ärger aus.“ – Nicholas

Die Trash-Fraktion hat Grund zum Jodeln. Denn Cynthia Rothrock ist in der Stadt (also der Glotze) und bügelt als kickboxende Furie das organisierte Verbrechen von der Mattscheibe. Dieser Herausforderung sollte sich auch der Zuschauer nicht unbewaffnet stellen. Also geschwind den Vorrat an Büchsenbier aufgefrischt und ab geht die Post. Auf eigenes Risiko versteht sich! Die Rothrock gibt der Selbstjustiz als Kriminalpsychologin Janna mal wieder ein weibliches Gesicht. Dafür muss sie erst ihre Schwester und deren Sohn ermordet auffinden – und sich vor den noch anwesenden Killern mit einem beherzten Sprung aus dem Fenster in Sicherheit bringen.

Der daraus resultierende Kopfsturz bringt bei der Berührung von Gegenständen Visionen mit sich, die ihr die Identität der Schuldigen enthüllen. Und wo das Gesetz (mal wieder) versagt, lindert Rache den Schmerz! „Female Justice“ verfügt über eine für die Verhältnisse des B-Films recht prominente Besetzung. Nur wird die in meist unbedeutenden Nebenrollen verhunzt: Max Thayer („Karate Tiger 2“) mimt einen schmierigen Anwalt, Vince Murdocco („Kickboxer 2“) den Bruder des mitverantwortlichen Gangsters Eugene (Kenn Scott, „Shootfighter“). Mako („Sidekicks“) ist als blindes Beiwerk auch mit von der Partie und Brad Dourif („Death Machine“) darf sich (oh Wunder) als Verbrecher hervortun.

In der Rolle des Anwalts (die wachsen wohl auf Bäumen!) Nicholas darf Kurt McKinney („Karate Tiger“) der rachsüchtigen Janna beistehen, die unter Psychiater Breitenheim („Star Trek“-Veteran Walter Koenig) ihre mysteriös erworbenen Fähigkeiten zu schulen beginnt. Eine entscheidende Position kommt Tony Lo Bianco („Boiling Point“) als Detective Briggs zu, der sich im Zuge der beknackten Auflösung noch als Drahtzieher der ganzen Schose präsentieren darf. Davor, dazwischen und überhaupt zeigt die auch als Produzentin fungierende Rothrock, seinerzeit immerhin schon fast 40, trotz körperlicher Vorzüge der nackten Haut doch einiges zu viel.

Das von „CyberTracker“-Produzent Paul Maslak so wirr wie billig heruntergekurbelte Actioneinerlei ist dumm wie eine Tüte Weißmehl, bisweilen aber krückenbrutal. Dem Zielpublikum mag damit geholfen sein, noch mehr Grund zur Freude haben allerdings die Wertschätzer possenhaften Filmschrotts. Völlig stupide und nahezu denkwürdig schlecht gespielt, mischt die Rothrock unter Cartoon-Sounds und Slapstickeinlagen Bad Guys auf, bekommt McKinney im Finale gleich vom ersten Angreifer das Hemd vom Körper gerissen oder präsentiert Eugene als verkohlte Leiche seines Bruders eines bemitleidenswerten Komparsen mit schlecht sitzendem Toupet (!). Nicht einmal die Action (Roth)rockt – aber immerhin sorgt der Schundgehalt für reges Amüsement.

Wertung: (3 / 10)

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