Django – Unersättlich wie ein Satan (I/E 1967)

django-unersaettlich-wie-ein-satanGerechtigkeit solle der im Ausbruch befindliche Sträfling zum Ziel haben, nicht die bloße Rache. Der Priester hat leicht reden, schließlich wurde nicht er für ein Verbrechen zu Unrecht zum Tode verurteilt, sondern Anthony Garnett (Richard Wyler, „Ohne Dollar keinen Sarg“), der Captain, dessen sehnlichster Wunsch es von Kindesbeinen an war, der Armee beizutreten. Banditen drangen im Schutz der Dunkelheit in das Fort ein, raubten den Sold der stationierten Truppen und erstachen den Kommandanten. Garnett eilte zu Hilfe, wurde von den Dieben aber niedergestreckt. Einen abgerissenen Knopf seiner Uniform platzierten sie in der Hand des Toten. Für das Militärgericht war das genug des Beweises seiner Mittäterschaft.

Nach seiner durch geistlichen Beistand gelungenen Flucht gelangt Garnett unter dem Namen Rattler Kid in den Ruf eines gefürchteten Outlaws. Seine Rache bekommt er trotzdem, als er drei der vier Schuldigen, darunter ein „weißer“ Klischee-Indianer, aufspürt und tötet. Fragen stellt er keine, vor allem nicht nach der Identität des letzten Mannes. Begegnen wird er ihm trotzdem, ermöglicht durch Plotlöcher, die selbst für Ross und Reiter ausreichend Raum zum Durchschlüpfen böten. Regisseur León Klimovsky („Django kennt kein Erbarmen“) erzählt „Django – Unersättlich wie ein Satan“ so unspektakulär wie holprig. Das Potenzial der Geschichte wird durch zunehmende Ungereimtheiten konsequent fortgewischt.

Im weiteren Verlauf wird Garnett von seinem Vetter Riff (Guglielmo Spoletini, „30 Winchester für El Diablo“) angeheuert, mit vier weiteren Halunken eine Bank in Mexiko zu überfallen. Dringend benötigt wird seine Hilfe wegen der gefürchteten Schießkünste, die für die Beseitigung des nicht minder namhaften Sheriffs Bill Manners (Brad Harris, „Sie nannten ihn Zambo“) bürgen sollen. Dass der Cousin der wahre Schuldige hinter dem Raub des Militärgeldes ist, liegt schnell auf der Hand. Wie auch Garnetts Läuterung, wobei man ihm den grimmigen Revolvermann ohnehin nicht so recht abnehmen wollte.

Jenseits der Grenze begegnet der Pistolero nicht nur einem Lehrer aus Kindheitstagen (Simón Arriaga, „Todesmarsch der Bestien“), er pfuscht nach unplanmäßigem Verlauf des Überfalls auch den Komplizen, allen voran dem hinterhältigen Anverwandten ins Handwerk. Denn der hat als Ablenkungsmanöver mal eben das Töchterchen einer wehrlosen Siedlerfamilie verschleppen lassen. Klimovsky will den inneren Konflikt Garnetts beleuchten, was neben der platten Dramaturgie an Richard Wylers blasser Darbietung scheitert. Die Ambition in Ehren, der Plot torpediert jedweden Vorsatz charakterlicher Tiefe mit größtmöglicher Treffsicherheit. Die Routine der meisten Beteiligten hilft da wenig.

Wertung: (4 / 10)

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