Der große Bluff – Das Howard Hughes Komplott (USA 2006)

der-grosse-bluff-das-howard-hughes-komplott„Ein Mann spaziert herein und erzählt etwas völlig Unvorstellbares. Und genau aus diesem Grund wird ihm geglaubt.“ Dieser Mann ist der erfolglose Schriftsteller Clifford Irving, der, als seine Karriere endgültig den Bach herunterzugehen droht, einen verrückten Plan fasst: Vor Verlegerin Andrea (Hope Davis, „About Schmidt“) lässt er die Bombe platzen, eine autorisierte Biographie über den exzentrischen, von der Öffentlichkeit völlig abgeschotteten Unternehmer Howard Hughes zu schreiben. Die infame Lüge entwickelt die erhoffte Eigendynamik und verheißt Clifford und Kompagnon Dick (Alfred Molina, „Frida“) Berühmtheit und Reichtum.

Mit „Der große Bluff – Das Howard Hughes Komplott“ verfilmte Lasse Hallström („Gottes Werk & Teufels Beitrag“) die unglaubliche, aber wahre Geschichte des Clifford Irving, in dessen Rolle der alternde Beau Richard Gere („Das Lächeln der Sterne“) zu Hochform aufläuft. Unter dem Decknamen „Projekt Octavio“ wird das sensationelle Buch strikter Geheimhaltung unterworfen. Zweifel an der Echtheit seiner Schilderungen räumt Clifford mit blumigen Erzählungen über seine Treffen mit Hughes aus der Welt – und durch Briefkorrespondenzen, hat er sich die Handschrift des legendären Industriellen doch über abgedruckte Briefe angeeignet.

Angst vor juristischen Nachspielen hegt der Hochstapler nicht. Hughes, der nach Clifford Kleenex-Packungen als Hausschuhe trägt und seine eigene Pisse trinkt, sei zu sehr in eigene Schmutzgeschäfte verwickelt, um sie später vor Gericht zerren zu können. Tatsächlich scheint der Plan aufzugehen. Einblicke in die Vita Hughes‘ und seine wirtschaftlichen Verflechtungen erhält der Autor durch zusammengetragene Gerüchte und Fakten. So raubt er mit Dick Akten des Verteidigungsministeriums, ergaunert sich Insiderwissen und pokert selbst dann noch hoch, als ihm das Wasser bereits bis zum Hals steht.

Am Ende weitet sich die satirische Posse zum dramatisch zugespitzten Thriller aus. Denn durch Informationen, die den amtierenden Präsidenten Richard Nixon schwer belasten, wird das Buch plötzlich zum politischen Spielball. Unterstrichen wird diese historische Beiläufigkeit durch Zeitkolorit der aufgewühlten 70er sowie Archivaufnahmen von Protesten gegen den Vietnamkrieg. Ein Film mit kleinen Durchhängern und einem fast verschwenderischen Umgang mit seinen prominenten Nebendarstellern – u.a. Marcia Gay Harden („Into the Wild“), Julie Delphy („Die Gräfin“), Stanley Tucci („Swing Vote“), Eli Wallach („Die glorreichen Sieben“) –, aber genug Witz, Verve und Charme, um durchweg zu unterhalten.

Wertung: (7 / 10)

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