Der fantastische Mr. Fox (USA 2009)

der-fantastische-mr-fox„There’s a lot of attitudes going on around here. Don’t let me get one.“ – Trotzig und ewig missverstanden: Ash

Wenn Wes Anderson einen Animationsfilm dreht, dann sicher keine lieb- und seelenlos am Computer kreierte Ode an den Triumph der Technik. Nein, der Regie-Exzentriker, der mit Werken wie „Die Royal Tenenbaums“ oder „Die Tiefseetaucher“ den Independent aufmischte, zieht die Kinderbuch-Verfilmung „Der fantastische Mr. Fox“ (von „Charlie und die Schokoladenfabrik“-Schöpfer Roald Dahl) als aufwendiges Stop-Motion-Theater auf und rückt vom angestammten Topos des Vater-Sohn-Konfliktes auch auf veränderter Bühne nicht ab.

Der titelspendende Mr. Fox (im Original gesprochen von George Clooney) ist ein Fuchs mit Leib und Seele. Bei den Beutezügen auf benachbarten Gutshöfen blüht er auf und scheut keine Gefahr, um sich und seiner Mrs. Fox (Meryl Streep) die eigene Tollkühnheit zu beweisen. Doch eines Tages, mit der Ankündigung des ersten Nachwuchses, verlangt sie ihm das Versprechen ab, künftig kürzer zu treten und riskanten Diebestouren abzuschwören. Ergo verdingt sich Mr. Fox (Fuchs-)Jahre später als Zeitungskolumnist und plant, um dem Mittelstandsdasein im Höhlenbau zu entfliehen, den Kauf eines Baumgrundstücks.

Mit dem Streben nach Höherem erwacht aber auch der alte Kampfgeist. Und so heckt er mit Opossum Kylie (der frühere „Simpsons“-Autor Wallace Wolodarsky) heimlich den Masterplan aus, die schwer bewachten Höfe dreier gefürchteter Großfarmer zu plündern. Neben den bald mit aller Gewalt auf Rache sinnenden Landwirten plagt sich Mr. Fox aber vor allem mit (Teenager-)Sohn Ash (Jason Schwartzman), der es dem Vater im Streben nach Anerkennung – ganz im Gegensatz zum athletischen Cousin Kristofferson – einfach nie recht machen kann.

Kindsköpfige Erwachsene vs. vorzeitig adulte Kinder: Der Generationenkonflikt zieht sich als wiederkehrendes Motiv wie ein roter Faden durch Andersons Oeuvre. Dass es diesmal von anthropomorphen Klein- und Wildtieren (als weitere Sprecher fungieren Bill Murray, Willem Dafoe und Owen Wilson) zwischen feinsinnigem Intellekt und natürlicher Triebsteuerung transportiert wird, mindert die Klasse des leicht zerfahren erzählten Filmvergnügens nicht. Im Gegenteil, ist „Der fantastische Mr. Fox“ als ironische Fabel doch sogar noch ein Stück entwickelter als die übrigen Arbeiten des Regisseurs. Schließlich darf der draufgängerische Vulpes seine Lektion nach turbulentem Kleinkrieg viel schneller lernen als es den menschlichen Protagonisten unter Andersons kreativer Direktion je vergönnt war.

Wertung: (7 / 10)

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