Dead & Breakfast – Hotel Zombie (USA 2004)

dead-and-breakfast-hotel-zombie„Ich kann niemanden töten. Ich bin Veganerin.“

Nach einer turbulenten Karriere und einer schier beispiellosen Fülle an Gastspielen in minderwertiger B- und C-Movie-Kost („Karate Cop“, „Kickbox Terminator“, „Kinder des Zorns 5“) kehrte David „Kung Fu“ Carradine durch Quentin Tarantinos „Kill Bill“ auf die Leinwand zurück. Im Zuge dieser kleinen künstlerischen Wiedergeburt mimte Carradine auch in Matthew Leutwylers Splatter-Farce „Dead & Breakfast“ mit – an der Seite seiner Enkelin Ever („My Boss’s Daughter”).

Drei Paare stranden auf dem Weg zur Hochzeit einer gemeinsamen Freundin im Nirgendwo, genauer im verschlafenen Nest Lovelock. Man beschließt, die Nacht im Hotel `Bed & Breakfast´ zu verbringen, eine abseitige Residenz unter Leitung des undurchsichtigen Mr. Wise (Carradine). Als im Laufe der Nacht der impertinente französische Koch Henri (Diedrich Bader, „Miss Undercover 2“) tranchiert wird und Mr. Wise Opfer einer Herzattacke wird, fällt der Verdacht natürlich auf Sara (Ever Carradine) und ihre Freunde.

Doch damit nicht genug: Als Johnny (Oz Perkins, „Secretary“) im Zimmer des verschiedenen Hoteleigners auf eine mysteriöse Holzbox stößt und deren Siegel bricht, nimmt ein böser Geist von ihm Besitz. Jener erschafft sich in der Folge untote Gefolgsleute, indem er Teile der Körper – Haare, Blut, ein abgerissener Finger – in die kleine Box steckt. Für den örtlichen Sheriff (Jeffrey Dean Morgan, „Undercover Heat“) und die übrigen Verbliebenen beginnt damit der entscheidende Kampf auf Leben und Tod.

„Dead & Breakfast – Hotel Zombie“ ist ein munterer Mix aus Hillbilly-Comedy und Splatter-Spektakel. Mit augenzwinkerndem Humor und hektoliterweise Blut füttert Autor und Regisseur Leutwyler („Road Kill“) das altbackene Schema eines Haufens junger Menschen, die in der Einöde von teuflischen Kreaturen ausgemerzt werden. Doch trotzt sein Film klassischen Backwood-Slasher-Plattitüden durch Selbstironie und einer comiclastigen Inszenierung, deren Affinität zu kunterbunten Gewaltakten bereits im Vorspann offen zur Schau getragen wird.

Im Wege steht dem abgedrehten Streifen dabei häufig seine gekünstelte Lässigkeit. Das Skript lehnt sich in humoristischen Belangen oft zu weit aus dem Fenster, regt meist mehr zum Schmunzeln denn zum herzhaften Lachen an. Zwar sind tanzende Hinterwäldler-Zombies und munter reimende Country-Musiker als amüsante Intermission zu bezeichnen, doch wird hier meist versucht, Kultpotential mit dem Holzhammer zu injizieren. „Dead & Breakfast“ ist eine formal überzeugende und kurzweilige Splatter-Komödie, die gerade im aktionslosen Anfangsdrittel an manch konstruierter Slapstickeinlage krankt.

Die Darsteller – u.a. Jeremy Sisto („Wrong Turn“), Erik Palladino („U-571“), Bianca Lawson („Bones“) und Portia de Rossi („Stigmata“) – agieren mit sichtlichem Vergnügen und gehen mit Inbrunst ihrem blutigen Tagewerk nach. Da wird geschossen, gesägt und gehackt, was das Zeug hält und die Blutbeutel hergeben. Dem entsprechend werden Fun-Splatter-Fans bei „Dead & Breakfast“ voll auf ihre Kosten kommen, einen neuen „Braindead“ hat Matthew Leutwyler damit allerdings nicht geboren.

Wertung: (6 / 10)

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