Day of the Dead 2: Contagium (USA 2005)

day-of-the-dead-contagiumDass James Glenn Dudelson alles andere als ein fähiger Regisseur ist, bewies er bereits mit Filmen wie „Horror 101“ und „Museum of the Dead“. Dem Geiste des letztgenannten die Treue haltend, versucht Dudelson auch mit „Day of the Dead 2: Contagium“ den Mythos des Romero’schen Zombie-Horrors zu melken. Mit denkbar geringem Erfolg. Denn bis auf den Titel und eine krude Theorie zum grassierenden Tod in „Night of the Living Dead“ hat der amateurhafte Trittbrettfahrer mit den klassischen Vorbildern herzlich wenig gemein.

1968 verbreitet sich durch die Insaßen eines abgestürzten russischen Spionageflugzeugs ein mysteriöses Virus in einem Militärkrankenhaus in Pennsylvania. Die infizierten werden zu reißenden Bestien, ihre Opfer zu kannibalistischen Wiedergängern. Die US-Armee packt das Übel bei der Wurzel und kontaminiert unter Verlusten das gesamte Areal. Unglücklicherweise bleibt eine Probe des Virus zurück, verborgen in einem versiegelten Behälter. Die Patienten einer Nervenheilanstalt finden diesen in der Gegenwart und öffnen ihn. Nachdem das Virus entweicht, beginnt der Schrecken erneut.

„Day of the Dead 2: Contagium” ist zugleich Prequel und Sequel zu George A. Romeros bretthartem Zombiestreifen von 1985. Zum Auftakt versuchen James Glenn Dudelson und Co-Regisseurin Ana Clavell („Horror 102: Endgame“) den Bogen zu „Night of the Living Dead“ und den Wurzeln des Genres zu spannen. Der huldigende Vorsatz in Ehren, das Ergebnis ist Direct-to-Video-Dung der unteren Güteklasse. Die Regie ist zerfahren und uninspiriert, die Effekte und Masken bestenfalls Durchschnitt. Die Waffen der Soldaten werden zu Schussgeräuschen leicht zittrig gehalten, da das Budget weder für Mündungsfeuer noch für Patronenhülsen gereicht hat.

Nach dem Sprung in die Gegenwart widmet sich der Film dem Mikrokosmos der psychiatrischen Anstalt. Figuren werden eingeführt, deren Probleme erläutert und ein Umfeld geschaffen. Das hat zwar mit der eigentlichen Story nix mehr zu tun, bringt die Underground-Produktion aber zumindest auf Kurs der erforderlichen Lauflänge. Während das Virus um sich greift und die obligatorische Apokalypse einläutet, wird versucht, in der telepathischen Verbundenheit der Infizierten ein individueller Ideengrund zu etablieren. Doch ist auch dies verschenkte Additiv mehr Reinfall als Einfall.

Das Skript suhlt sich in Ungereimtheiten und Belanglosigkeiten. Zwar wird bei fortschreitender Bedrohung versucht, eine beklemmende Atmosphäre zu kreieren, der allzu schematische und vorhersehbare Ablauf torpediert das Aufkommen echter Spannung jedoch fortwährend. Die akzeptablen Leistungen der semiprofessionellen Darsteller fallen da kaum mehr ins Gewicht. Im Schlussdrittel setzen die Macher auf Zerstörung und Tod. Dabei fallen die wenigen blutigen Szenen der hiesigen Zensur zum Opfer. In Deutschland feiert „Day of the Dead 2: Contagium” seine weltweite Erstveröffentlichung. Ich persönlich hätte auf dieses Privileg gern verzichtet.

Wertung: (3 / 10)

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