Cult of Chucky (USA 2017)

„He’ll be back. He always comes back.“ – Nica

Im Horrorfilm kommen sie nicht nur manchmal wieder, sondern immer. Gemeint sind die übernatürlichen serialen Killer, die Teenie-Schlächter, die Massenmörder, die großen und kleinen Genre-Ikonen. Zu ihnen gehört auch Chucky, die zynisch-sardonische Kinderpuppe, die den Geist (oder die Seele) des psychopathischen Verbrechers Charles Lee Ray beherbergt. Nach den ersten drei, mehr oder minder ernst abgehandelten Teilen (1988 – 1991) gab sich die Reihe mit den Aufgüssen vier („Chucky und seine Braut“, 1998) und fünf („Chucky‘s Baby“, 2004) merklich überdreht. Mit Part sechs („Curse of Chucky“, 2013) kehrte das Franchise wieder zum eher im Thriller verwurzelten Ursprung zurück – inklusive Post-Credit-Auftritt von Alex Vincent, dessen Schuljunge Andy Barclay in den ersten Filmen von Chucky heimgesucht wurde.

Von Reebots und Remakes blieb die Serie – anders als „Halloween“, „Freitag der 13.“ und „Nightmare On Elm Street“ – bislang verschont. Bewirkt hat das Don Mancini, Autor sämtlicher Teile und seit „Chucky‘s Baby“ auch Regisseur der weiteren Sequels. Mit „Cult of Chucky“, dem mittlerweile siebten Kapitel, knüpft er unmittelbar an den direkten Vorgänger an. Der Beginn gehört dem erwähnten Andy Barclay, der als Erwachsener nachvollziehbare Probleme hat, soziale Anknüpfungspunkte zu finden. Die entscheidende Frage nach dem Epilog des letzten Teils war allerdings: Wie kommt Chucky zurück? Nun, zunächst das Offensichtliche: Die Mörderpuppe lebt. Zumindest in Teilen. Andy hütet in einem Safe den lebendigen, nach dem Traktat mit einer Ladung Schrot merklich zerschundenen Kopf seines Erzfeinds (im Original wie gehabt mit der Stimme von Brad Dourif) und peinigt diesen, wann immer es die Laune erhellt.

In der Hauptsache widmet sich der Plot aber dem Schicksal der im Rollstuhl sitzenden Nica (Dourif-Tochter Fiona, „Dirk Gentlys holistische Detektei“), der die Morde im Vorgänger angelastet wurden. Seitdem fristet sie ihr Dasein in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt und ist durch die Behandlung Dr. Foleys (Michael Therriault, „Heroes Reborn“) zur Einsicht gelangt, dass Chucky niemals lebendig war. Als sie in eine Vollzugsanstalt mit geringerer Sicherheitsstufe verlegt wird und Foley als therapeutische Maßnahme eine Good-Guy-Puppe in die Gruppensitzungen einbringt – eine zweite wird von Chuckys menschlicher Gespielin Tiffany (Jennifer Tilly, „Tideland“) eingeschleust –, beginnt der Horror von neuem. Die Frage, wie es neben Andys Folter-Objekt eine zweite von Charles Lee Ray beseelte Mörderpuppe geben kann, erfährt in einem Nebensatz beiläufig absurde Beantwortung.

Die damit verbundene Aufhebung der in den Vorkapiteln etablierten Regelwerke lässt Chuckys Agenda jedoch arg beliebig erscheinen. Sein persönliches Interesse an Nica, erörtet in „Curse of Chucky“, rechtfertigt kaum die ausgedehnte Mordserie unter Patienten und Pflegepersonal. Wer sich am flachen Inhalt und Andys semi-durchdachten Eingreifen nicht stört, erlebt einen wenig begeisternden, immerhin aber soliden Aufguss mit makaber-blutiger Figurenbeseitigung und tricktechnischem Charme. Denn Chucky wird einmal mehr durch Animatronics-Effekte zum Leben erweckt. Netter Insider-Gag am Rande: Chuckys Anspielung auf „Einer flog übers Kuckucksnest“ (1975), mit dem Brad Dourif Durchbruch und Oscar-Nominierung feierte. Der Abspann sollte übrigens auch diesmal nicht übersprungen werden, hält der doch die Rückkehr von Christine Elise („Chucky 2“) bereit. Ein weiterer Auftritt der beliebten Mörderpuppe sollte damit ausgemachte Sache sein.

Wertung: (5 / 10)

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