Chucky 2 – Die Mörderpuppe ist zurück (USA 1990)

chucky2„Now it’s time to play ‘Hide the soul’.” – Der will nur spielen: Chucky

Nur zwei Jahre nach seiner vermeintlichen Vernichtung kehrte Killerpuppe Chucky ins Leben und auf die Leinwand zurück. Hinter der Kamera positionierte sich mit dem späteren TV-Regisseur John Lafia („Babylon 5“, „The Dead Zone“) einer der Autoren des Skripts zu Teil eins, das Drehbuch fertigte Don Mancini. Im Stile typischer Horror-Sequels setzt auch „Chucky 2 – Die Mörderpuppe ist zurück“ vermehrt auf gewaltreiche Morde denn atmosphärische Stimmung – und überzieht den beschaulichen Leichenberg im Gegenzug mit einer Prise sarkastischen Humors.

Um der Ursache einer möglichen Fehlfunktion des von Mörder Charles Lee Ray besessenen ‘Good Guy’ auf die Spur zu kommen, wird Chucky – im Original mit der Stimme von Brad Dourif („Dune“) – von der unter Druck geratenen Konzernzentrale restauriert. Unglücklicherweise erwacht der todbringende Plastik-Knirps dabei zu neuem Leben und macht sich nach gelungener Flucht auf die Suche nach dem kleinen Andy (Alex Vincent). Schließlich war der Junge der erste, dem Ray einst von seiner Seelenwanderung erzählte.

Der vom Drehbuch zu Chuckys potentiellem Quell neuerlicher Menschwerdung verdammte Andy findet in der Zwischenzeit wiederwillige Obhut bei einer Pflegefamilie, dem Ehepaar Joanne (Jenny Agutter, „American Werewolf“) und Phil Simpson (Gerrit Graham, „Forbidden Beauty“) – seine Mutter aufgrund der abenteuerlichen Erklärung der originalen Vorfälle Unterbringung in einer psychiatrische Anstalt. Doch dauert es nicht lange, bis Chucky erneut im Leben des gebeutelten Kindes auftaucht und eine standesgemäß blutige Spur in dessen Umfeld hinterlässt. Einzig Kyle (Christine Elise, „Body Snatchers“), ebenfalls unter dem Dach der Simpsons beherbergt, stellt sich den Plänen der Mörderpuppe in den Weg.

Der sichtlich uninspirierte Auftakt erweist sich als kreativ eher morsche Brücke zwischen dem Tode Chuckys und dessen Reinkarnation. Doch abgesehen von inhaltlichen Unzulänglichkeiten funktioniert der Plot auch in zweiter Instanz. Dabei ist „Chucky 2“ brutaler und simpel gestrickter als das Original, mehr um Morde denn Atmosphäre bemüht. Die Tricks von Kevin Yagher – dem geneigten Horrorfilmfreund als Masken- und Trickspezialist aus Genrenaschwerk wie „Freitag der 13. – Das letzte Kapitel“, „Nightmare 2-4“ oder „Sleepy Hollow“ bekannt – überzeugen erneut und wirken streckenweise ausgereifter als der Vorgänger. Den Höhepunkt eines kurzweiligen wie weitgehend unspektakulären Horrorfilms markiert der – zumindest für Chucky – explosive Showdown in der Fabrikanlage der ‘Good Guys’.

„Chucky 2“ zeichnet sich weder durch Originalität, noch das Ausstellen schauspielerischer Fleißkärtchen aus. Zwar erweist sich Stefan Czapskys („Ed Wood“, „Bulletproof Monk“) Bebilderung als ebenso stimmig wie der Score von Graeme Revell („Freddy vs. Jason“, „Sin City“), für mehr als charakterliche Stereotypen und dramaturgische Vorhersehbarkeiten reicht es zeitweise jedoch nicht. Der Plot ist bereits beim zweiten Aufguss sichtlich auf die sarkastische Ertüchtigung des fiesen Kunststoffzwergs ausgerichtet. Der ist dieser Bürde durchaus gewachsen und stemmt den Film als erinnerungswürdiges Maniac im Alleingang. Schlussendlich ist es diese Präsenz, die das zweite Kapitel um den Kunststoff-Killer zur soliden Fortsetzung macht – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Wertung: (6 / 10)

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