Connected (HK/CN 2008)

connected-2008Man ist es gewohnt, dass ausländische Filmstoffe in Hollywood durch Remakes aufbereitet werden. Synchron- oder gar Originalfassungen mit Untertiteln sind selten. Für sie fehlt schlicht der Markt. Rechte erwerben und diverse Stoffe einfach neu verfilmen, ist in Amerikas Unterhaltungsindustrie hingegen Gang und Gäbe. Der umgekehrte Weg wird allerdings nur selten beschritten. Doch es gibt ihn, wie Benny Chans („New Police Story“) Hongkong-Version des US-Thrillers „Final Call“ belegt. Offen bleibt nur, warum er sich ausgerechnet dies nur mäßig erfolgreiche B-Movie ausgeguckt hat.

Das Grundgerüst des Plots bleibt erhalten: Wieder wird eine Frau und Mutter, hier heißt sie Grace Wong (Barbie Hsu, „Silk“), für die Beschaffung eines belastenden Videobandes von einer brutalen Gangsterbande verschleppt. Deren Anführer Fok (Liu Ye, „Der Fluch der goldenen Blume“), auch noch Leiter einer Spezialeinheit der Polizei, will Graces Bruder in seine Gewalt bringen. Denn der hat zufällig eine von Fok und seiner Truppe durchgeführte Exekution gefilmt. Glück im Unglück ereilt die Entführte jedoch durch Schuldeneintreiber Bob (Louis Koo, „Election“).

Als sie in Gefangenschaft nämlich ein zerstörtes Telefon provisorisch verdrahtet, erreicht sie nach verzweifelten Fehlversuchen sein Handy. Der wenig heroische Bob, eigentlich auf dem Weg zum Flughafen, um sich von seinem Sohn zu verabschieden, hält den Hilferuf via Telefon zunächst für einen üblen Streich. Als aber die Kontaktaufnahme zum Verkehrspolizisten Fai (Nick Cheung, „Exiled“) scheitert, springt Bob aber über seinen Schatten und setzt in halsbrecherischen Aktionen alles daran, Grace und ihre Familie vor den Gangstern zu bewahren.

Auch das Bemühen um mehr charakterliche Tiefe täuscht nicht darüber hinweg, dass „Connected“, wie Chans Variation des Stoffes heißt, nur bedingt funktioniert. Seine Stärken spielt der Regisseur immer dann aus, wenn er in wohl inszenierten Actioneinlagen auf Thrill und Schauwerte setzt. Daneben aber nimmt sich der maßlos überkonstruierte und eher hilflos mit humorigen Anflügen aufgelockerte Film viel zu ernst. Die oft haarsträubenden dramaturgischen Verflechtungen mögen in der zeitweisen Rasanz egalisiert werden. Wie sein Original leidet aber auch die Neuverfilmung an einem ungesunden Hang zur Übertreibung. Gebraucht hat dies Remake darum eigentlich niemand.

Wertung: (4 / 10)

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