Bundles – Deaf Dogs (2018, Gunner Records)

Mit rauem Charme vorgetragener Punk hat Konjunktur. Nicht im Sinne üppiger kommerzieller Strahlkraft, sondern eher aufgrund seiner Verbreitung. Hier ein bisschen schwelgerischer Folk, dort eine Spur erdiger Rock. Nach diesem Muster scheinen auch BUNDLES zu funktionieren. Doch ihre Musik geht weiter. Zwar scheinen partiell Bands wie RED CITY RADIO durch, weit häufiger erinnern die Bostoner jedoch an eine Mischung aus der Gründerzeit von AGAINST ME! und den frühen OFF WITH THEIR HEADS. Und auch damit lässt sich der Charakter von „Deaf Dogs“ nur unzureichend erfassen.

Das Albumdebüt des Trios ist laut und kantig, dabei jedoch auch melodisch und hymnisch. Um das Dutzend Songs vollends ins Herz zu schließen, braucht es allerdings ein wenig. BUNDLES ist keine Band der unverzüglich zündenden Hits. Dass es häufig melancholisch zugeht, kann im Sog des lärmenden Vorwärtsdralls leicht übersehen werden. Bereits die erste Nummer „Lorem Ipsum“ geht gut nach vorn – und ebenso ins Ohr. Der Einfallsreichtum des Gespanns offenbart sich eher am Rande, etwa durch das fast beiläufige Einbringen von Orgel („The Glow“) oder Tamburin („Oh, Brazil“). Daneben wird es gern garagig, wie beim krawalligen, rotzig geplärrten „TKC“. Abseits der bereits genannten empfehlen sich auch „The Commonwealth“, „The Dornishman’s Wife“ oder das intensive „B&E“ als Referenzbeiträge. Eine kleine, darüber aber nicht weniger großartige Platte.

Wertung: (8 / 10)

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