Bracket – Novelty Forever (1997, Fat Wreck)

bracket-novelty-foreverSeit 1994 hatten BRACKET über Fat Wreck verschiedene 7″s herausgebracht. Bis zur ersten regulären Platte dauerte es jedoch bis 1997. Das Warten allerdings lohnte sich. Denn mit „Novelty Forever“ vollzogen die Kalifornier den nächsten konsequenten Schritt. Der äußert sich zunächst in der, verglichen mit ihren vorangegangenen Outputs, geglätteten Anmutung des Sounds. Das allerdings soll nicht bedeuten, das Dutzend Songs gäbe sich weichgespült. Dem entgegen steht bereits der herrlich knarzige Bass, der beim zweiten Track „Three Gardens“ erstmals voll zur Geltung kommt.

Ihm geht mit „Last Day Sunday“ ein Opener voraus, der mit zarter Melancholie und rockigem Grund die Richtung vorgibt. Sofern es bei BRACKET überhaupt eine festgesetzte Richtung geben kann. Der Gesang Marty Gregoris schafft zwischen BEACH BOYS und Brit-Pop (siehe „The Evil Bean“) eine abwechslungsreich markante Grundlage, der die Instrumentierung in nichts nachsteht. Die Tendenz hin zum Power-Pop wird bei Nummern wie dem fast unverschämt eingängigen „Don’t Tell Miss Finley“, dem auf dem Labelsampler „Physical Fatness“ integrierten „Sour“, „Back to Allentown“ oder „I Won’t Mind“ tadellos ausgespielt.

Auch ein weiteres Kapitel aus dem Leben des gern bemühten Warren findet sich mit „One More Hangover Day (Warren’s Song, Pt. 7)“ auf der Scheibe. Die hat mit (Pop-)Punk im klassischen Sinne erfreulich wenig zu tun, am ehesten noch beim geradlinigen „Optimist“. Vielmehr schärften BRACKET mit Album Nummer vier ihr Profil und empfahlen sich als in keine Schublade passender Genre-Ausreißer. Das ließ sie in der Gunst mancher Fat-Jünger zwar hinter den eher klassisch gefärbten Punk- und Hardcore-Verfechtern zurückfallen, macht sie in der Retrospektive aber fraglos zu einer der spannendsten Combos jener Ära. Die (Wieder-)Entdeckung lohnt daher unbedingt.

Wertung: (7,5 / 10)

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