Boysetsfire – Boysetsfire (2015, End Hits Records)

boysetsfirestBOYSETSFIRE scheinen auf dem Zenit ihres Schaffens angekommen zu sein. Zumindest wenn man das kürzlich von ihnen selbst initiierte „Family First“-Festival als Grundlage nimmt und das Kölner Palladium mit dreieinhalbtausend Menschen rasch ausverkauft war. Für andere, gerade ältere Fans, mag der Zenit schon etwas länger zurückliegen. Fakt ist, an „After The Eulogy“ kam nichts mehr heran. Am ehesten noch der stilistische Quadratsprung „The Misery Index: Notes From The Plague Years“. Heute aber ziehen BOYSETSFIRE so viele Leute wie noch nie. Als Gradmesser für Erfolg hat die Band also alle Trümpfe in der Hand und spielt diese mit ihrem selbstbetitelten Album souverän aus.

„Sit Down and play some fucking music“ heisst es eingangs. Mit „Savage Blood“ legen sie auch gleich ein Brett vor, welches all die typischen BOYSETSFIRE „Spielereien“ beinhaltet. Das heisst, harte Passagen und Geschrei kokettieren mit Melodien und eingängigen Refrains. BOYSETSFIRE drehen das eigens kreierte Rad nicht weiter, machen es allerdings besser – weil vor allem kurzweiliger – als noch auf dem Vorgänger „While A Nation Sleeps“. Dieses wirkte nach der zwischenzeitlichen Pause etwas unausgegoren. Hier geht die Band konsequenter ihre Wege, auch wenn Experimente komplett außen vor bleiben. Harte Songs wie „Don´t Panic“ oder „Coward“ wechseln mit melodischem Allerlei wie „Ordinary Lives“ oder „Cutting Room Floor”.

Das Intermezzo mit THE CASTING OUT lässt Nathan Gray offensichtlich immer noch nicht kalt. Auf dem Vorgänger wurde dieses Kapitel bereits BOYSETSFIRE-like umgesetzt, hier findet sich mit „Heaven Knows“ ebenfalls ein alter Bekannter aus dieser Zeit in neuem Gewand. Das etwas arg pathetische Rührstück „Fall From Grace“ hätte dagegen nicht unbedingt sein müssen und gehört zu den schwächeren Beiträgen. Wovon es aber auf ihrem selbstbetitelten Album unterm Strich nicht allzu viele gibt.

Letztlich spielen BOYSETSFIRE recht souverän und vor allem routiniert ihre Karten aus. In gewohnter Manier vereinen sie harte und hymnische Songs, was das Album abwechslungsreich genug macht und zudem einige potentielle Hits bietet.

Wertung: (7 / 10)

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