Blades – Klingen aus Stahl (USA 1989)

blades-klingen-aus-stahlIn der Hauptsache verdient sich Thomas R. Rondinella seine Sporen im Filmgeschäft als Cutter – darunter in Underground-Produktionen wie „Girls School Screamers“, „Severance“ oder „Charlie Hoboken“. Mit „Blades“ inszenierte der Absolvent der New York University Film School 1989 seinen ersten Spielfilm. Ohne das Zutun der TROMA-Bosse Lloyd Kaufman und Michael Herz allerdings wäre wohl auch dieser Streifen gleich nach seiner Produktionsphase in der Versenkung verschwunden, ohne je die Lachmuskeln verwöhnter Gorehounds gekitzelt zu haben. Denn die Trash-Giganten erwarben die Verleihrechte an „Blades“ und werteten den Film sogar im US-Kino aus. Der Rest ist TROMA-typische (Erfolgs-)Geschichte.

Das Grauen geht um im „Tall Grass Country Club“. Ein beseelter Rasenmäher treibt auf dem Golfplatz sein Unwesen und verschlingt seine Opfer mit gewaltigen Stahlklingen. Clubeigner Norman Osgood (William Towner) sieht nur das prestigeträchtige Wohltätigkeits-Golfturnier in Gefahr und versucht die Vorfälle eilig herunterzuspielen. Der ehemalige Golfprofi Roy Kent (Robert North) und Normans Assistentin Kelly Lange (Victoria Scott) ermitteln. Zunächst fällt der Verdacht auf den ehemaligen Platzwart Deke Slade (Jeremy Whelan), doch mordet das diabolische Arbeitsgerät auch nach dessen Festnahme unvermittelt weiter. Als der Tag des großen Wettbewerbs gekommen ist, nimmt die Katastrophe ihren Lauf. Zusammen mit dem aus der Haft entlassenen Deke machen sich Roy und Kelly auf, die Bestie endgültig zur Strecke zu bringen.

Das Filmmagazin Moviestar brachte es einst äußerst treffend auf den Punkt: „Klasse Splatter-Ulk, der ein Monster á la „Christine“ über die Welt von „Caddyshack“ herfallen lässt und dabei „Der weiße Hai“ parodiert.“ „Blades“ adaptiert den Verlauf von Steven Spielbergs bahnbrechendem Horrorfilm in einer originalgetreuen Transformation auf den grünen Rasen des Golfclubs. Die Musik ist ähnlich, die Figuren identisch – selbst auf die Sichtbarmachung des Monsters muss nicht verzichtet werden, auch wenn die Kunststofffässer des Originals hier grinsenden Luftballons weichen müssen.

„Blades“ ist kein Gore-Fest im herkömmlichen TROMA-Sinne, sondern gemessen am Standard der ikonesken Kult-Schmiede eine erstaunlich hochwertige Low-Budget-Produktion. Die Inszenierung ist sauber, die Akteure adäquat und die netten Effekte bleiben sparsam dosiert. Vermisst wird beizeiten lediglich höheres Tempo und mehr Spritzigkeit, eine Spur zu behäbig vollzieht sich der Handlungsaufbau, zu nah am Original werden manche Elemente kopiert. Das lässt den kurzweilig-charmanten Trash passagenweise denn auch eher wie einen müden Abklatsch des legendären Hai-Horrors erscheinen, obgleich im positiven Gesamtbild verschmitzte Ehrerbietung überwiegt.

In Deutschland wurde der Streifen ursprünglich unter dem Titel „Ratom – Klingen aus Stahl“ in einer leicht gekürzten Fassung veröffentlicht, ist aber mittlerweile selbst auf DVD ungeschnitten konsumierbar. Fans von gut inszenierten B-Pictures sind auf dem Golfplatz von „Tall Grass“ sicherlich gut aufgehoben, selbst wenn man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass diese Parodie ein Weilchen zu spät das Licht der Welt erblickte und zu früherer Zeit wahrscheinlich mehr Anklang gefunden hätte. Dringend empfohlen wird allerdings den redseligen Abspann abzuwarten, offeriert „Blades“ dem Zuschauer jenseits der Credits doch einen ironischen Ausblick auf eine nie realisierte Fortsetzung – „Hedges – Just when you thought it was safe to trim.”

Wertung: (6 / 10)

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