Zombie Island Massacre – Insel des Terrors (USA 1984)

zombieislandmassacreTROMA-Filme bestechen nicht durch Perfektionismus oder große Ideen, sondern zeichnen sich durch hausgemachten Blödsinn und gewaltreiche Absurditäten aus. Die Firmengründer Lloyd Kaufman und Michael Herz produzieren am Fließband, vertreiben aber auch angekaufte Werke unter dem Banner ihres guten Namens. John N. Carters „Zombie Island Massacre“ zählt zu letzterer Kategorie und wurde wohl nur erworben, um noch ein wenig Öl ins Feuer der bis Mitte der Achtziger lodernden Zombiewelle zu gießen. Doch der Titel täuscht, mit mörderischen Untoten hat der Film nichts, aber auch rein gar nichts zu tun.

„Zombie Island Massacre“ ist vielmehr der gescheiterte Versuch Karibik-Abenteuer mit Voodoo-Horror zu kreuzen. Die Regie ist schwach, die Darsteller schlicht und der Schnitt schlecht. Die einzigen bekannten Namen hinter der Produktion sind die von Komponist Harry Manfredini („Freitag der 13.“, „House“, „Wishmaster“) und Kameramann Robert M. Baldwin („Basket Case 2“, „Frankenhooker“, „McBain“). Aufgewertet wird der Film durch die souveränen Leistungen der beiden nicht. Denn nur leidlich unterhaltsam werden hier Mystery-Elemente mit Slasher-Einlagen vermengt.

Eine Gruppe amerikanischer Touristen unternimmt einen Ausflug auf die Insel San Marie. Die erlebnishungrigen Urlauber wollen dort einem Voodoo-Ritual beiwohnen und Exotik in sich aufsaugen. Als bei der unheimlichen Zeremonie tatsächlich ein Toter zu neuem Leben erweckt wird, greift erstes Unbehagen um sich. Dieses breitet sich rasend schnell aus, als plötzlich der Busfahrer verschwindet und die Reisenden von einer gestrüppüberwucherten Kreatur attackiert werden. Nach haltloser Flucht durch den nächtlichen Dschungel verschanzt man sich in einem alten Anwesen. Doch der Spuk ist längst nicht vorbei.

Der Mottenkiste des B-Movies ringt Regisseur John N. Carter kaum überzeugendes ab. Wenig verwundert da, dass „Zombie Island Massacre“ sein einziger Film blieb. Allen voran, weil sich die dreiste Mogelpackung im Schlussdrittel noch zum lauwarmen Krimi wandelt. Denn nicht garstige Zombies, sondern skrupellose Drogenschmuggler treiben auf dem schröcklich Eiland ihr Unwesen. Das Interesse des Zuschauers ist da auch ohne Kokain längst in andere Sphären entschwebt.

Das muntere Touristenmeucheln birgt zumindest im Ansatz kurzweiliges Ausradieren verzichtbarer Figurenfülle. Von Atmosphäre, geschweige denn Spannung fehlt trotzdem jede Spur. Schnell reibt sich der eintönige Low-Budget-Streifen an seiner Einfallslosigkeit auf. Die Auflösung ist lächerlich, das Gesamtwerk leidlich unterhaltsam. Der Film hinter dem lockenden Titel ist selbst für Trashfans schwer verdaulich. Immerhin erweist sich die Vorspultaste auch hier als zuverlässiger Retter in der Not.

Wertung: (3 / 10)

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