Airport ´80 – Die Concorde (USA 1979)

airport80Mit „Airport ´80 – Die Concorde“ erlebte Universal eine Bruchlandung. Das Schicksal der vierteiligen Katastrophenfilmreihe war damit besiegelt, zumal ihr die brillante Parodie „Airplane! – Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ ein Jahr später den Gnadenschuss gab. Zuschauer sollen bei Vorführungen des Films in schallendes Gelächter verfallen sein, worauf das Studio explizit auf den Unterhaltungswert seines – je nach Standpunkt bedauerlicher- oder glücklicherweise bierernst gemeinten – Werkes verwies. Der ist in der Tat beträchtlich, wenn die Qualität des unglaublich käsigen Streifens auch ins bodenlose driftet.

Die Concorde, das schnellste Passagierflugzeug der Welt, startet von Amerika nach Russland, wo die Olympischen Spiele auf dem Plan stehen. Dass die USA diese im Folgejahr der Produktion boykottierten, hängt nur bei Verschwörungstheoretikern mit der unsäglichen vierten Filmvariante des Themas zusammen. Mit an Bord der von Veteran Joe Patroni (George Kennedy, „Die letzten beißen die Hunde“) und dem französischen Kollegen Metrand (Alain Delon, „Scorpio, der Killer“) gesteuerten Maschine ist Maggie Whelan (Susan Blakely, „Flammendes Inferno“), die belastendes Material gegen ihren Arbeitgeber und Geliebten, den Rüstungsindustriellen Harrison (Robert Wagner, „Hart aber herzlich“), mit sich führt.

Der will sein Konterfei natürlich nicht in der internationalen Presse wiederfinden und setzt fortan alles daran, die Concorde abzufangen. Also sendet er Rakete und Kampfjets aus, was der Logik eine Bankrotterklärung beschert und den Zuschauer vor unverhohlener Entmündigung der eigenen Geistesfähigkeit glatt aus den Socken haut. Wenn Patroni bei Überschallgeschwindigkeit das Fenster des Cockpits öffnet, um sich nahender Geschossene durch eine Signalpistole zu erwehren, ist ungläubiges Staunen vorprogrammiert. Besser wird es nur, als das Flugzeug nach überstandenen Strapazen und einem Zwischenstopp – wohlgemerkt ohne jede Untersuchung der Vorfälle – die Passagiere neuerlich einlädt und den Weg nach Russland fortsetzt, was in Harrison selbstredend neuerlich das Böse weckt.

Natürlich, die Fluggäste. Jimmie Walker („Good Times“) gibt einen bekifften Saxophonisten (!), Cicely Tyson („Das Jahr ohne Vater“) transportiert für ihr krankes Kind ein gefrorenes Herz (!!) und Martha Raye („Spiel mit mir“) gibt ein Großmütterchen mit Blasenschwäche (!!!). „Airport ´80 – Die Concorde“ ist als Parodie durchaus tauglich, versagt als Drama dank beknackter Dialoge und kruden Tricks aber auf ganzer Linie. Auf eine abseitige Weise ist der Unterhaltungswert enorm, was jedoch nicht der Intention von Regisseur David Lowell Rich („Grüne Augen in der Nacht“) entsprochen haben dürfte. Um den Katastrophenfilm wurde es fortan stiller. Noch lächerlicher hätte es auch nur schwerlich werden können.

Wertung: (4 / 10)

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