2001 Maniacs 2 – Es ist angerichtet (USA 2010)

2001-maniacs-2The South will rise again!

Bei Low Budget-Filmproduktionen wird die Not nicht selten zur Tugend gemacht. Wenn also kein Geld für Bauten und Ausstattung vorhanden ist, braucht man sich gefälligst auch nicht die Mühe machen, den Billig-Look zu kaschieren! Für „2001 Maniacs: Field of Screams“ – oder eingedeutscht eben „2001 Maniacs 2 – Es ist angerichtet“ – bedeutet das den Umzug in Wald und Flur, wo mit Jahrmarktzelten, Holzverschlägen und einem ausrangierten Schulbus die denkbar simple Illusion der rachsüchtigen Hellbilly-Gemeinschaft neuerlich aufbereitet wird.

Als Tim Sullivan („Driftwood“) 2005 das Remake des Hershell Gordon Lewis-Klassikers „Two Thousand Maniacs!“ (1964) drehte, standen ihm bereits überschaubare Mittel zur Verfügung. Trotzdem entpuppte sich sein „2001 Maniacs“ als politisch unkorrekter Splatter-Spaß, der zeitgemäße Terrorfilm-Remakes ad absurdum führte und insbesondere der Trash-Fraktion eine gute Zeit bescherte. Um jene Klientel buhlt auch die noch einmal deutlich günstiger produzierte Rückkehr der untoten kannibalischen Rednecks. Bleibende Eindrücke wollen sich dabei allerdings nicht einstellen.

Die Einwohner des Südstaaten-Kaffs Pleasant Valley, die sich für das an ihnen während des US-Bürgerkrieges statuierte Massaker noch eineinhalb Jahrhunderte später an den Yankees rächen wollen, haben es diesmal auf ein Fernsehteam abgesehen, das in der Provinz ein niveauloses Reality TV-Format abzufilmen gedenkt. In der Vorstellung der Figuren feuert Sullivan zwar ein paar Breitseiten gegen Paris Hilton und Gefolge ab, das humoristische Niveau bleibt jedoch tiefer gelegt als jede Episode von „A Simple Life“.

Angeführt vom einäugigen Bürgermeister George W. Buckman (Robert Englund wird ersetzt durch den nicht minder eifrigen Genre-Spezi Bill Moseley, „The Devil’s Rejects“), wettern die mörderischen Hinterwäldler gegen Rassen, Religionen und Geschlechter. Dazwischen werden reihenweise blanke Brüste in die Kamera gereckt und ausufernd überzogene Gräueltaten zelebriert. Darüber ließe sich je nach Gemütslage oder Geschmacksverirrung ja noch lachen, würde die hiesige Fassung nicht sämtliche sprachlichen und moralischen Entgleisungen vermissen lassen.

Rund sechs Minuten fielen der Schere zum Opfer, was nicht allein willkürlich, sondern regelrecht absurd erscheint. Mit Jugendschutz jedenfalls hat diese dreiste Verstümmelung eines grotesken und bewusst auf die Spitze getriebenen Splatter-Movies nichts mehr zu tun. Trotz des sichtbaren Geld- und Qualitätsmangels für Freunde gepflegten Unterhaltungsmülls grundlegend goutierbar, bleibt „2001 Maniacs: Field of Screams“ als deutscher Torso die pure Verarsche des Zuschauers. Den für dies Massaker Verantwortlichen sollte man vielleicht auch mal einen Urlaub nach Pleasant Valley spendieren!

Wertung: (4 / 10)

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