Vergiss mein nicht! (USA 2004)

vergiss-mein-nichtJoel liebt Clementine über alles. Er liebt ihre Impulsivität und ihre wechselnden Harrfarben. Doch eines Tages bemerkt er, dass er ihren Faible für knallige Haarfarbenicht mehr ernst nehmen kann. Auch erträgt er nicht mehr, mit ihr jeden Tag beim Chinesen zu sitzen, wo sein „Mandarinchen“ redet und redet und ihm doch eigentlich gar nichts mitzuteilen hat. Joel will mit Hilfe eines neuen Programms Ordnung in sein Gefühlsleben bringen und Clementine aus seinem Alltag löschen, damit er nach der Trennung von vorne beginnen kann.

Zuviel Herzschmerz und zu viele Erinnerrungen in jeder Ecke seines Herzen und seiner realen Welt. Joel beschließt, ein Institut zu besuchen, das eine neue Methode speziell für Probleme wie die seinen erarbeitet hat. So lässt er sich behandeln und nach und nach werden immer mehr Erinnerungen an seine schöne und auch sehr unschöne Zeit gelöscht. Auf diesem Wege beginnt joel zu begreifen, worum es ihm eigentlich geht.

Drehbuchautor Charlie Kaufmann hat mit „Vergiss mein nicht!“ einen wundervoll tiefgründigen Film erschaffen. Vorgänger wie „Being John Malkovich“ und „Human Nature“ lassen schon bei seinem Namen auf einen Film der merkwürdigen und dennoch sehr genialen Art schließen. Wundervoll setzt er sich mit der Thematik des sich Trennens auseinander, greift die Erinnerungen der schönen Zeiten auf und lässt jedoch auch die unbequemen Szenen dieser Beziehung nicht aus. Ein Film wie dieser wirkt durch seinen Namen und die Besetzung von Jim Carrey (Joel) und Kate Winslet (Clementine) eher humorös oder unernst. Doch allen voran Carrey zeigt erneut, was in ihm steckt. Er verkörpert die Rolle des Joel so authentisch, dass man wahrlich mitleidet und sich auch mit ihm freut.

Auch Kate Winslet spielt gewohnt überzeugend und nichts ließ an die anrührende Rolle der erhabenen „Titanic“-Passagierin erinnern. „Vergiss mein nicht!“ fasziniert, weil doch eigentlich gerade die Erinnerungen im Nachhinein das sind, was eine Beziehung erwähnenswert macht. Jedermanns Sache ist dieser Film definitiv nicht.  Lohnend ist er trotzdem, allein schon wegen der tollen Darsteller und der ungewöhnlichen Geschichte.

Wertung: 7.5 out of 10 stars (7,5 / 10)

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