Turnstile – Move Thru Me (2016, Pop Wig Records)

turnstile-move-thru-meDie kurzen Veröffentlichungen liegen TURNSTILE offenkundig mehr. Auf einen Langspieler kommen mittlerweile drei EPs. Wer will, kann darin ein Stück Freiheit erkennen. Gefolgt wird nicht der Erwartung oder mehr noch dem Druck der Branche, sondern allein dem eigenen Gusto. Die Qualität gibt ihnen Recht. Denn wer nach „Move Thru Me“ noch immer nicht glauben mag, dass die Mannen aus Baltimore zum Besten zählen, was der Hardcore in langer Zeit hervorgebracht hat, der sollte… naja, „Move Thru Me“ hören. Immer und immer wieder.

Das Vier-Track-Feuerwerk wird vom grandiosen „Come Back for More“ eingeläutet, das langsam melodisch beginnt und sich anschließend in einen groovenden Geschwindigkeitsrausch stürzt. Das daran anknüpfende, verschwindend kurz gehaltene „Harder On You“ fährt das Tempo zurück und investiert noch mehr Groove, wobei die stimmungsvoll reduzierte Produktion die Anknüpfung an die alte Schule des Genres zusätzlich verstärkt. Doch liegt die große Stärke von TURNSTILE im Brückenschlag klassischer Elemente und der eigentümlichen Einbringung verschiedener Einflüsse.

Der stampfende Titeltrack schwingt zunächst die Thrash-Keule, ehe die flirrende Gitarre dem großartigen Midtempo-Gewitter eine willkommen vielschichtige Note verleiht. Der mitunter halb gesprochen wirkende Schreigesang von Brendan Yates erinnert dabei an SNAPCASE-Shouter Daryl Taberski. Den Abschluss markiert das GIVE-Cover „Fuck Me Blind“, das sich die Band mit Unterstützung von Gastsängerin Kiley Lotz (PETAL) schmissig zu Eigen macht. So endet „Move Thru Me“ nach knapp 8 Minuten und hinterlässt neben Begeisterung vor allem eins: Lust auf mehr. Einfach großartig!

Wertung: (8 / 10)

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