Turnstile – Time & Space (2018, Roadrunner/Warner)

Für TURNSTILE ist der Hardcore Herzensangelegenheit und experimenteller Crossover-Tummelplatz zugleich. Neuester Beweis: ihr zweiter, „Time & Space“ überschriebener Langspieler. Wobei „lang“ in diesem Kontext eher euphemistisch klingt. Die Mannen aus Baltimore rauben dem Hörer für die eilige Bewältigung der auf 13 Akte angelegten Scheibe gerade einmal 25 Minuten Lebenszeit. Dass diese kurze Dauer gut angelegt ist und obendrein zur wiederholten Investition einlädt, dürfte schwerlich verwundern. Denn die Band zählt nicht umsonst zum Spannendsten, was der Hardcore gegenwärtig zu bieten hat.

Schlichter Knüppel-Sound ist mit TURNSTILE nicht zu machen. Zwar kracht es an der Basis gewohnt heftig, das besondere Moment markieren aber auch diesmal die in gegenteilige klangliche Sphären driftenden Spielarten. So geht es in kurzen, nicht selten abrupt angeflanschten Passagen abwechslungsreich rockig zu. Beim famosen „Big Smile“ oder „High Pressure“ kommen gar klassische Rock’n’Roll-Elemente zum Tragen. Auch wenn manche Songs herausstechen (z. B. „Real Thing“, „Generator“, „Right to Be“ oder das bereits auf der „Move Thru Me“-EP verewigte „Come Back for More“), steht bei „Time & Space“ die ungemein dichte, mit sattem Groove unterlegte Gesamtwirkung im Vordergrund. Machen wir es deshalb so kurz wie die Platte selbst: ein großartiges Musikwerk.

Wertung: (8,5 / 10)

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