The Faculty (USA 1998)

the-facultyDas Skript zum Überraschungserfolg „Scream“ machte Kevin Williamson berühmt. Fortan verband man mit seinem Namen die Wiederbelebung des Slasherfilms. Darunter zu leiden hatten von ihm erdachte Filmstoffe, die mit Serienkillern und spärlich bekleideten Jugendlichen nichts zu tun hatten. Neben seinem Regiedebüt „Tötet Mrs. Tingle“ fiel der festgefahrenen Erwartungshaltung auch „The Faculty“ zum Opfer, Robert Rodriguez´ Teen-Variante von „Invasion of the Body Snatchers“. Ungeachtet der respektablen Gewinneinfuhr wird die ironische Hommage an das fantastische B-Kino der Fünfziger meist unter Wert verkauft.

Für den gelungenen Spaß muss der Zuschauer die zitierten Vorläufer nicht einmal kennen. „From Dusk Till Dawn“-Schöpfer Rodriguez macht es dem Publikum leicht, indem er Einsteigern wie Fortgeschrittenen ausreichend Schauwerte bietet und Vorkenntnisse dankt, sie aber nicht zum Muss erhebt. Ins Visier außerirdischer Invasoren gerät dabei natürlich eine US-Kleinstadt. Erst legen die Lehrer der örtlichen High School seltsam emotionsloses Verhalten an den Tag, was bald auch auf die Schülerschaft übergreift. Eine Gruppe Jugendlicher kommt der Übernahme durch amphibienähnliche Parasiten auf die Spur. Aber wer glaubt schon den Einbildungen Heranwachsender?

Es dauert nicht lange, bis sich die aus allen Milieuklischees bunt gemischte Zweckgemeinschaft – darunter Jordana Brewster („The Fast and the Furious”), Clea DuVall („Ghosts of Mars”) und Laura Harris („Dead Like Me”) – um Schulstreber Casey Connor (Elijah Wood, „Der Herr der Ringe“) einer assimilierten Übermacht gegenübersieht. Der von Rowdy Zeke (Josh Hartnett, „Pearl Harbor“) in Heimarbeit zusammengemixte Drogencocktail macht die Infizierten in bester „Das Ding aus einer anderen Welt“-Manier sichtbar. Doch kann der Sieg über die sich ausbreitende Gefahr einzig im Tod der Alphakreatur errungen werden. Die aber will in der gleichgeschalteten Masse erst einmal aufgespürt werden. Zumal die Paranoia innerhalb der Gruppe stetig zunimmt.

Zwischen „Breakfast Club“ und „Körperfresser“ mixt Williamson ungeniert Science-Fiction mit Coming of Age, Horror mit Komödie. Bei allem Spaßgehalt nimmt der Film die Protagonisten und ihre sozialen Probleme ernst, was ungeachtet ihrer Wehrhaftigkeit gegen extraterrestrisches Gezücht für die nötige Identifikationsmöglichkeit sorgt. Dazu gesellen sich die bunte, auf Kurzweil gepeitschte Inszenierung und eine ordentliche Dosis Mainstream-Gewalt. Die Effekte können sich sehen lassen, Nebendarsteller wie Salma Hayek („Frida“), Famke Janssen („Octalus”) und Robert Patrick („Terminator 2“) ebenfalls. So gelingt die Modernisierung des Mythos überraschend reibungsfrei. Ein großer Spaß, auch für Erwachsene.

Wertung: (7 / 10)

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