Swordsman III – The East is Red (HK 1993)

EPSON scanner image„Swordsman III“ beginnt mit dem finalen Kampf des Vorgängers, bei dem Asia (Brigitte Lin, „Zu: Warriors From the Magic Mountain“) von ihren Gegnern besiegt wurde. Der wiederum von Ching Siu-Tung, diesmal jedoch mit Schützenhilfe Raymond Lees („Rebel From China“) gedrehte Film stellt politische Belange in den Vordergrund, was bereits der Untertitel „The East is Red“ untermauert. Es geht um den Schutz Chinas vor okkupierenden Influenzen, hier verkörpert durch europäische Konquistadors und japanische Eindringlinge.

Zusammen mit spanischen Legaten begibt sich der kaiserliche General Koo (Yu Rongguang, „Iron Monkey“) zu den schwarzen Klippen, wo die zerstörte Feste der Tyrannin liegt. Er will verhindern, dass die Europäer in den Besitz der legendären Schriftrolle gelangen, der Asia ihre schier göttliche Macht verdankt. Ihre Darstellung scheint dabei ins Gegenteil verkehrt, wird sie doch plötzlich als Heldin verehrt, als revolutionäre Kraft mit dem Bestreben, die Völker zu einen.

Nachdem sie, von den Toten auferstanden, die Spanier vertrieben hat, begibt sich Asia, übermannt vom Zorn um den Zustand des Reiches, auf einen blutigen Kreuzzug gegen all jene Scharlatane und Imitatoren, die ihren Namen für eigene Zwecke missbrauchen. Und zu denen gehört auch Asias alte Liebe Snow (Joey Wang, „Die Macht des Schwertes“). Ein paar hübsche Einfälle – beispielsweise der japanische Spion im Frauenkörper – täuschen nicht darüber hinweg, dass der zerfahrene Plot diese Fortsetzung der Fortsetzung zur schwer goutierbaren Fantasterei macht.

Die plumpe politische Stimmungsmache äußert sich, wie so oft in Hongkongs Kino, über die Diffamierung des Gegners. Die Spanier werden als gierige Besatzer eingeführt, der unerbittliche japanische Heerführer entpuppt sich gar als feiger Zwerg. Gut gemacht ist das allemal, allerdings nur selten wirklich mitreißend erzählt. Der düstere, nicht selten nihilistische Grundton gefällt, bei dem nichts, vor allem nicht die Liebe, heilig ist. Produzent Tsui Hark geizt diesmal mit Identifikationsfiguren, mit Ruhm und Heldenpathos. Dafür gibt’s die Übertreibung in Serie, bunt, verkitscht, blutig – aber eben ohne Sinn für das Maß einer plausiblen Geschichte.

Wertung: (5 / 10)

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