Steelmade – Love Or a Lie (2016, Timezone)

steelmade-love-or-a-lieRockmusik braucht keine Innovationen, sondern Eier. Zentnerschwere Eier. Die Riffs müssen Granit schneiden können und der Schweiß sollte in Sturzbächen fließen. Ohne diese Grundlage bleibt meist nur ein laues Lüftchen. Bei STEELMADE und ihrem Debütlangspieler „Love Or a Lie“ schneidet, fließt und weht wenig.

Das Quartett aus der Schweiz interpretiert den Rock zumeist klassisch und ohne nennenswerte Schnörkel – dafür aber mit sporadischen Metal-Anleihen. Das wirkt grundlegend sympathisch, kann über die Dauer der dargebotenen elf Tracks nur leider schwer den Mangel an Spannung verbergen. Den Eidgenossen fehlende Leidenschaft zu unterstellen, wäre unfair. Dass Herzblut im Spiel ist, spürt man bereits anhand der Instrumente, die in ihren besten Momenten für ordentlich Pfeffer im Arsch sorgen. Bedauerlicherweise sind diese rar gesät und nicht selten wirken die Songs wie mit angezogener Handbremse vorgetragen.

Der größte Knackpunkt bleibt aber Sänger Jack, dessen Organ in einer Power-Metal-Kapelle (oder einer PLACEBO-Coverband) besser aufgehoben wäre. Bei den Balladen, insbesondere „Without“, erreicht er Betriebstemperatur und der Refrain des freudvoll an alte Alice Cooper-Hits erinnernden Titelstücks zeigt, was aus „Love Or a Lie“ hätte werden können. So aber bleibt es bei schwerfälligem und langatmigem Standard-Rock, der hinter seinen Möglichkeiten mehr als nur ein kleines Stück zurückbleibt.

Wertung: (4 / 10)

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