Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger (USA 2002)

star-wars-episode-22002 gab es ein neues Phänomen in der Kinolandschaft zu beobachten. Erstmals war im Vorfeld der Veröffentlichung eines neuen „Star Wars”-Films nicht nur reine Euphorie aus den Reihen der Fans zu vernehmen – auch Skepsis hatte sich nach dem enttäuschenden „Die Dunkle Bedrohung“ unter die Schar der mit Lichtschwertern bewaffneten Mittzwanziger gemischt. Würde es wieder ein so unstrukturierter Unsinn werden wie vor vier Jahren? Hatte Regisseur und Meister George Lucas etwa neue Geschmacksverirrungen aus dem Ärmel gezaubert? Oder würde sich diesmal doch alles zum guten Wenden? Hoffnung und Verzweiflung hielten sich die Waage.

Die Krise innerhalb der galaktischen Republik spitzt sich zu. Die Separatistenbewegung gewinnt immer mehr an Zulauf. Die Jedi sind nicht mehr Herr der Lage. Auf die mittlerweile zur Senatorin gewordene ehemalige Königin Amidala (Natalie Portman, „Alle Sagen: I Love You“) wird ein Anschlag verübt. Um ihre Sicherheit zu garantieren, wird der herangewachsene, aber sehr impulsive Jedi-Schüler Anakin Skywalker (Hayden Christensen, „The Virgin Suicides“) vom Rat der Jedi abgestellt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Liebe. Anakins Meister Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor, „Big Fish“) entdeckt in der Zwischenzeit eine im Auftrag eines abtrünnigen Jedi erstellte Armee von geklonten Kriegern. Der Kanzler der Republik Palpatine (Ian McDiarmid, „Groky Park“) setzt diese Armee gegen die Separatisten ein. Mittlerweile wächst in Anakin immer mehr der Zorn und Hass auf die Schwäche der Republik heran.

Ja, „Angriff der Klonkrieger“ ist besser als „Die Dunkle Bedrohung“. Der Obi-Wan folgende Handlungsstrang ist spannend und interessant. Auch kommen die Darsteller teilweise besser in ihre Rollen hinein als im letzten Teil. Natalie Portman, in „Episode I“ noch mit Klebeband an der Oberweite bearbeitet, besticht durch ihre schauspielerischen Qualitäten genau so sehr wie durch den in diesem Teil nicht wegzudiskutierenden Sexappeal. Ewan McGregor hat sich ganz offensichtlich mit den Tennisbällen als Platzhalter abgefunden und agiert deutlich souveräner. Auch Filmurgestein Christopher Lee, der einen Sith spielt, zieht das schauspielerische Level auf eine deutlich höhere Ebene, als es bei „Episode I“ der Fall war.

Auch die Lucas’schen Perversitäten sind beschränkt worden. Jar Jar Binks, der Ewok der neuen Filme, ist bis auf zwei kurze Szenen von der Bildfläche verschwunden, Amidala trägt nicht annähernd so lächerliche Masken wie im Vorgänger und auch auf Unzulänglichkeiten wie das Pod-Rennen wurde verzichtet. Die Liste der Negativfaktoren ist aber leider auch länger als sie sein sollte. Hayden Christensen stellt mit Inbrunst einen völligen Mangel an Talent zur Schau. Wenn er Amidala seine Liebe entgegenflötet, dann kann er damit wohl jenseits der Bravo-Leserschaft niemanden beeindrucken. Dies fügt sich allerdings wunderbar in die Dämlichkeit dieses Handlungsstrangs. Die Dialoge sind jenseits von gut und böse und nur Natalie Portmans außergewöhnliches Talent kann diese Szenen noch ein kleines bisschen über dem Nullpunkt halten. Auf Wiesen so grün wie Gallenflüssigkeit tollen sich diese beiden Verliebten in einer Art und Weise, die an Kitsch eigentlich nicht mehr zu überbieten ist.

Auch der Showdown besticht nicht sonderlich. Das fröhliche Monsterschlachten, wohl in Anlehnung an den Rancor in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ gedacht, verkommt in einer effektgeladen Freakshow, die leider völlig emotionslos bleibt. Insgesamt setzt sich „Angriff der Klonkrieger“ schon von seinem Vorgänger ab, ohne jedoch auch nur in die Nähe der alten Trilogie zu kommen. Doch die prinzipiell steigende Tendenz sollte schon positiv erwähnt werden.

Wertung: (6 / 10)

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