Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung (USA 1977)

star-wars-episode-4Als im Mai 1977 die Worte „A long time ago in a galaxy far far away“ das erste mal auf einer Kinoleinwand erschienen, wurde die Welt des Films eine andere. Regisseur George Lucas, einer der Hoffnungsträger des „New Hollywood“, präsentierte der Welt seine Mixtur aus „Der Zauberer von Oz“, „Der Herr der Ringe“ und dem japanischen Kino der 50er und 60er. Dieses neu entstandene Sternenmärchen sollte die Vorlage für die unterschiedlichsten Nachahmer werden, es begründete die Karriere eines Superstars und erweiterte die Einnahmequellen für die Filmindustrie um einen nicht mehr wegzudenkenden Faktor.

Es herrscht Bürgerkrieg in dieser weit weit entfernten Galaxis. Eine kleine Schar von Rebellen kämpft einen aussichtslosen Kampf gegen das böse galaktische Imperium. Um die Rebellion ein für alle mal zu zerschlagen, entwickelt das Imperium eine Raumstation mit der Feuerkraft, einen ganzen Planeten zu zerstören – den Todesstern. Doch den Rebellen gelingt es durch Prinzessin Leia (Carrie Fisher, „Harry und Sally“), die Baupläne für diese Superwaffe zu stehlen.

Bevor sie dafür von dem imperialen Schergen Darth Vader (David Prowse, „Jabberwocky“) – im Original mit der Stimme von James Earl Jones („Conan – Der Barbar”) – verhaftet wird, gelingt es ihr die Pläne mit den beiden Androiden C-3PO (Anthony Daniels, „Iron Thunder“) und R2-D2 (Kenny Baker, „Time Bandits“) auf den Planeten Tatooine zu schicken. Dort findet der Farmerjunge Luke Skywalker (Mark Hamill,„The Big Red One“) die beiden und will sie zusammen mit dem Jedi-Ritter Obi-Wan Kenobi (Sir Alec Guinness, „Die Brücke am Kwai“) zu Prinzessin Leia zurückbringen. Dafür braucht er jedoch die Hilfe des Piloten Han Solo (Harrison Ford,„Jäger des Verlorenen Schatzes“) und dessen Begleiter, dem Wookie Chewbacca (Peter Mayhew, „Sindbad und das Auge des Tigers“). Doch das Imperium weiß mittlerweile, wo die Pläne gelandet sind.

Ja, der Auftakt der „Star Wars“-Reihe enthält schon alle Elemente eines Märchens. Da gibt es den Bauern, der zum Helden wird, den Zauberer, den Draufgänger, die Prinzessin und den immer in schwarz gewandeten Bösewicht. Diese Geschichte vom klassischen Kampf Gut gegen Böse ist in keiner Weise neu, aber so liebevoll inszeniert, dass sie einen ganz besonderen Zauber umgibt. So lässt sich auch erklären, dass dieses gerade mal 10 Millionen Dollar teure Filmchen bis heute über eine halbe Milliarde Dollar eingespielt hat. Dazu kommt die neu erschlossene Einnahmequelle – das Merchandising. Die Plastikspielzeuge wie Lichtschwerter, kleine Raumgleitermodelle und Action-Figuren von den Akteuren wurden in den späten 70ern wie zu Ikonen für die vom Vietnamkrieg entzauberte Jugend.

Der Film funktioniert auch nur als ganzes. Die schauspielerische Leistung der Hauptdarsteller ist eigentlich nicht der Rede wert. Die liebevoll gestaltete Umgebung, die innovativen Spezialeffekte und die kraftvolle Musik von Veteran John Williams („Der weiße Hai”) bilden den Rahmen, in dem sich die Handlung abspielt. Der Einfluss dieses Urknalls des modernen Kinos ist bis heute erkennbar. Sei es nun die schrecklich belanglose TV-Serie „Kampfstern Galaktika“ (1978), die eigentlich mehr der Versuch eines Klons denn inspirierte Anlehnung ist, oder die Filme von Kevin Smith, die ausnahmslos zum munteren Zitateraten einladen. „Star Wars“ begründete auch die Karriere von Harrison Ford, die über Nacht von 0 auf 100 katapultiert wurde. Spätere Filme wie die „Indiana Jones“-Trilogie, auch aus der Schmiede von George Lucas, manifestierten den Ruhm nur noch weiter. Ford war zwar damit auf einen Typ Rolle festgelegt, erst in „What Lies Beneath“ aus dem Jahr 2000 spielte er einen völlig anderen Charakter.

„Star Wars – Eine Neue Hoffnung“ ist nicht nur der Auftakt einer neuen Ära des Kinos, sondern vor allem ein wunderschöner Film, der auch beinahe 30 Jahre nach seiner Veröffentlichung kaum etwas an seiner Kraft eingebüßt hat. Die 1997 zum 20-jährigen Jubiläum erschienene Special Edition polierte den Film noch einmal visuell auf – nicht, dass das nötig gewesen wäre. Zumindest wurde er so noch einmal einem neuen Publikum zugänglich gemacht. Und der Erfolg belegt, dass es sich immer noch um einen der schönsten Filme des 20. Jahrhunderts handelt.

Wertung: (9 / 10)

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