Rückkehr zum Planet der Affen (USA 1970)

beneathplanetapesDie ungeschriebene Hollywood-Gesetzmäßigkeit, erfolgreichen Filmen eine Fortsetzung folgen zu lassen, trieb die Saga um den „Planet der Affen“ schon in Runde zwei an ihre Grenzen. Formal hält der von Ted Post („Calahan“) actionreich inszenierte Nachfolger das Niveau des grandiosen Erstlings. Die Dramaturgie, mehr noch die Logik aber geraten bereits ins Wanken. Ebenso der ideologisch verblendete Affenstaat, der mit reichlich Kriegsgerät in die „Verbotene Zone“ der zerstörten Erde zieht, um den eigenen Lebensraum zu erweitern.

Und dann ist da noch der nächste durchs Zeitloch geplumpste Astronaut, namentlich Brent (James Franciscus, „Gwangis Rache“). Der sieht nicht nur zufällig aus wie Charlton Heston („Ben Hur“), jener vom Neuankömmling in der Primatenwelt gesuchten Taylor, er gibt sich auch ähnlich unbeugsam. Das Drehbuch lässt wenig Einfallsreichtum walten, wenn Brent quasi im Schnelldurchlauf in die Modalitäten der neuen Zeitrechnung eingeführt und von militanten Gorillas gejagt, gehetzt und eingefangen wird.

Der Auftakt gehört dem leidgeprüften Heston, der die famose Schlusssequenz des Originals noch einmal durchleidet, ehe er sich mit der stummen Eingeborenen Nova (Linda Harrison, „Giganten am Himmel“) an die Erkundung der „Verbotenen Zone“ macht. Es dauert nicht lange und er löst sich einfach in Luft auf, ward bis zum finalen Akt nicht mehr gesehen und entlässt die Begleiterin in die Obhut des Nachfolgers. Der erfährt ebenfalls die Güte von Schimpansin Zira (Kim Hunter, „Der Magier“) und eilt, Nova im Schlepptau, Taylor hinterher.

Derweil holen die Gorillas mit stummer Duldung von Wissenschaftsminister Dr. Zaius (Maurice Evans, „Die Normannen kommen“) zum propagandistischen Rundumschlag aus, was in einer hintersinnigen Szene zur repressiven Unterbindung einer Friedensdemonstration einiger Schimpansen führt. Der flüchtige Brent indes stößt auf eine verschüttete Station der New Yorker U-Bahn, hinter der sich eine postapokalyptische Gesellschaft recht unansehnlicher Nachfahren der einst dominanten Spezies findet. Und die ist erst der Anfang einer Kette sensationeller wie gleichwohl erschreckender Entdeckungen.

Zugunsten des hohen Tempos wird auf den satirischen Biss des Vorgängers verzichtet. Bedauerlicherweise misslingt darüber der atmosphärische Anschluss. Die wenig heimelige unterirdische Parallelgesellschaft, die sich per telepathischen Austauschs bemerkbar macht und eine noch funktionstüchtige Atombombe als Gottheit anhimmelt, sorgt für erhöhte Spannung. Daneben aber auch unfreiwillige Komik, wenn dem nahenden Affenheer mit Schreckensvisionen die Moral verdorben wird.

Auf seine Art ist „Rückkehr zum Planet der Affen“ ein ordentlicher Spaß. Am intendierten Ernst der Sache führt der jedoch zu oft vorbei. Zum Ende greift dann auch Taylor wieder ins Geschehen ein, darf sich in manipulierten Gedanken mit Brent balgen und zum krönenden Abschluss, bei dem sich auch Zaius und Co. in der unterirdischen Gemeinschaft eingefunden haben, den roten Knopf drücken. Das erste von insgesamt vier Sequels ist turbulenter, brutaler und reißerischer, kann dem Vorläufer aber zu keiner Zeit das Wasser reichen.

Wertung: (6 / 10)

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