Pennywise – Never Gonna Die (2018, Epitaph Records)

Auch PENNYWISE haben sich Zeit gelassen. Das letzte reguläre Studioalbum, „All or Nothing“, erschien 2012 – seinerzeit ersetzte IGNITE-Frontmann Zoli Téglás den ausgestiegenen Jim Lindberg am Mikro. Das 2014 nachgelegte „Yesterdays“, aufgenommen nach der Wiedervereinigung mit Lindberg, besteht aus neu eingespielten Songs aus der Gründerzeit des kalifornischen Punk-Klassikers. Das letzte Mal, dass die Fans neue Stücke mit Lindberg zu hören bekamen, ist bereits zehn Jahre her. Somit ist „Never Gonna Die“, die in Summe elfte PENNYWISE-Platte, der legitime Nachfolger von „Reason to Believe“.

Dass das Epitaph-Urgestein noch einmal angreift, entspricht dem gegenwärtigen Szenetrend. Die alt(ernd)en Helden wollen es noch einmal wissen. Mit bemerkenswertem Ergebnis. Im neuen Jahrtausend konnte Lindberg & Co. mitunter eine gewisse Müdigkeit attestiert werden (siehe „The Fuse“ von 2005). Gerade davon ist „Never Gonna Die“ meilenweit entfernt. Bereits die ersten beiden Nummern der Platte, der Titeltrack und „America Lies“, machen unmissverständlich klar, dass mit PENNYWISE auch 2018 zwingend zu rechnen ist. In ihrer Gesamtheit wirkt die Scheibe wie eine Mischung aus „Unknown Road“ und „Straight Ahead“. Die packende Konsequenz sind wuchtig energetische Stücke mit deutlicherem Hardcore-Einschlag und Refrains, die zum kollektiven Fäusterecken einladen.

Textlich geht es gewohnt politisch zu, wie „We Set Fire“, „A Little Hope“, „Can’t Save You Now“ oder auch das finale „Something New“ belegen. Um klare Worte ist Lindberg einmal mehr nicht verlegen. Dazwischen mischen sich aber auch persönliche mit zunehmendem Alter selbstreflexiver anmutende Töne (bestes Beispiel: „Goodbye Bad Times“). Dass nicht jeder Song gleichsam zündet, liegt in der Natur der Sache. Trotzdem ist PENNYWISE mit „Never Gonna Die“ ein hochklassiger Langspieler gelungen, der sich in der Hauptsache zwar erwartungsgemäß auf bewährte Formeln verlässt, dabei aber sämtliche Stärken der Band mit beeindruckender Wucht ausspielt. Das macht definitiv (wieder) Lust auf mehr.

Wertung: (8 / 10)

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