No Fun At All – Grit (2018, Bird Attack Records)

Die alte Garde schlägt zurück: Neue Platten von PENNYWISE, den SATANIC SURFERS und NO FUN AT ALL, obendrein alle im selben Monat veröffentlicht. Das mutet eher wie 1999 und nicht 2018 an. Doch die Punk-Klassiker wollen es noch einmal wissen. Und wie! Denn auch „Grit“, der sechste Studiolangspieler der letztgenannten Schweden, ist ein Knaller. Nicht allein im Sinne einer nostalgischen Rückbesinnung auf unbeschwerte Teenagertage, sondern auch als Rückendeckung einer Szene, die in den vergangenen Jahren spürbar von der Wiedererstarkung populärer Vorkämpfer profitierte.

Dass NO FUN AT ALL auch zehn Jahre nach der Veröffentlichung ihres soliden letzten Streichs „Low Rider“ von vorn bis hinten klingen wie NO FUN AT ALL, dürfte die Anhängerschaft nur schwerlich verwundern. Doch erweist sich gerade die 2017 auferlegte Neubesetzung an Lead-Gitarre und Bass, bedingt durch den gemeinsamen Ausstieg von Christer Mähl und Stefan Neuman, als Vorteil. Melodisch erscheint die Band wandlungsreicher denn je. Das zeigt sich vor allem im Detail: Ein Gutteil der 12 Tracks wird mit sympathischem Rock’n’Roll-Drive nach vorn gepeitscht, wobei momentweise sogar Nähe zum Metal aufblitzt.

Bereits das Auftaktviertel, bestehend aus „Spirit“ (eine thematische Anlehnung an „Believers“), dem mit Yayayeah-Chören zum Hit berufenen „No Fun Intended“ und dem ruhigeren, nicht minder packend an den „State of Flow“-Duktus angepassten „Runner’s High“, lässt den Vorgänger deutlich hinter sich. Zwingend schwächer wird es auch in der Folge nicht. Manche Tracks wirken bekannter als andere, die sich nach mehreren Durchläufen festsetzenden Ankerpunkte sind aber so zahlreich, dass „Grit“ über die volle Distanz großen Spaß bereitet. Und wen es bei Nummern wie „Forth“ oder „Simple“ noch auf den Sitzen hält, der weiß wahrscheinlich den Reiz des guten alten „Singalongs Over Substance“-Ethos nicht zu schätzen. Eine überraschend großartige Scheibe.

Wertung: (8 / 10)

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