Mad Caddies – Dirty Rice (2014, Fat Wreck)

mad-caddies-dirty-riceDie MAD CADDIES sind alte Bekannte. In den Neunzigern, der Hochphase des Ska-Punk, lernte man sie kennen. Über die Jahre wurde der Punk-Anteil erst erhöht („Duck and Cover“, „Rock the Planks“) und anschließend deutlich zurückgefahren. Irgendwann waren die Kalifornier nur noch eine Ska-Band. Aber was heißt nur noch? Als reine Bläser-Tanzkappelle gingen sie auch in der Folgezeit nicht durch. Ihre Alben wurden eine Spur experimenteller, etwa mit dem auf spanisches Flair setzenden „Keep It Going“.

Nach dessen Publikmachung wurde es – abseits der Clubbühnen – zunehmend still um die MAD CADDIES. Bis im vergangenen Herbst, satte sieben Jahre nach der letzten Platte, „Dirty Rice“ erschien. So angestaubt das Sinnbild auch sein mag, ihr sechster regulärer Langspieler wirkt wie ein Wiedersehen mit alten Freunden. Spektakulär ist das kaum, insbesondere aber angenehm verspielt und gechillt – wie die optimale Begleitmusik für einen entspannten Sommerabend in geselliger Runde. Rockig, wie bei „Love Myself“ und dem mit Dixie-Einschlag versehenen „Bring Me Down“, wird es nur selten.

Im Vordergrund stehen entspannte Nummern, die mit Bar-Piano (vor allem bei „Down and Out“) und gemütlichem Bläsereinsatz voll aufs Tanzbein („Shoot Out the Lights“, „Shot in the Dark“) zielen – oder eben zum relaxten Rumlümmeln animieren. „Dirty Rice“ ist herrlich unaufgeregt und vereint doch die großen Stärken der MAD CADDIES in einem ganzheitlich einnehmenden Mix aus Ska, Pop, Rock, Reggae, Punk und Jazz. Die liebgewonnene Südstaaten-Atmosphäre gibt’s selbstredend obendrauf. Wenn man hier von einem Comeback sprechen möchte, dann ist es ein verdammt gelungenes!

Wertung: (8 / 10)

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