London Has Fallen (USA/GB/BG 2016)

london-has-fallen„You know what you assholes don’t get? We’re not a fucking building. We’re not a fucking flag. We’re not just one man. Assholes like you have been trying to kill us for a long fucking time. But you know what? A thousand years from now, we’ll still fucking be here!“ – Patriot und Kämpfer: Mike Banning

Es gibt Filme, die machen ob ihrer umfassenden Idiotie regelrecht betroffen. Im Falle von „London Has Fallen“ führt das zu einer Mischung aus schallendem Gelächter und ungläubigem Kopfschütteln. Denn das Sequel des bereits dummen, immerhin aber recht kurzweiligen Actioners „Olympus Has Fallen“ unterbietet den Vorläufer in nahezu sämtlichen Belangen und stattet Ein-Mann-Armee Gerard Butler („300“) mit einer Extraportion patriotischem Ellenbogenfett aus. Dabei wirkt der politisch plump aufgeheizte Streifen nicht selten wie ein Rudiment aus der Ära Ronald Reagans und knüpft recht unverhohlen an naiven 80’s-Schund der Gangart „Die rote Flut“ oder „Invasion USA“ an.

Statt Washington und Weißem Haus wird, der Titel nimmt es vorweg, Englands Kapitale zum Tummelplatz für Terroristen. Auslöser sind die Rachegelüste des finsteren Waffenhändlers Aamir Barkawi (Alon Aboutboul, „Der Mann, der niemals lebte“), dessen Familie bei einem Drohnenangriff ausradiert wurde. Zwei Jahre später, als der plötzliche Tod des britischen Premierministers Staatsoberhäupter aus allen wichtigen West-Nationen (darunter ein Angela Merkel-Verschnitt) an die Themse treibt, soll die Welt in ein neues Zeitalter des Schreckens geführt werden. Dabei behilflich ist dem untergetauchten Unmenschen eine Hundertschaft ergebener Soldaten, die Londons öffentlichen Dienst (Polizei, Rettungskräfte etc.) unterwandert hat und vor der Trauerfeier ein schreckliches Blutbad unter Politikern und Zivilisten anrichtet – und obendrein diverse städtische Wahrzeichen pulverisiert.

Natürlich handelt es sich bei „London Has Fallen“ um einen Unterhaltungsfilm ohne jeden Anspruch. Dagegen ist grundlegend auch nichts einzuwenden. Wenn aber weißgemacht werden soll, dass Terroristen gleich dutzendfach wichtige gesellschaftliche Organe und Institutionen besetzen und während des wie es heißt am besten gesicherten Events aller Zeiten unbedrängt Chaos stiften können, dann ist die Grenze der Stupidität rasch überschritten. Inmitten des Gefechts hat Butlers Secret Service-Agent Mike Banning alle Hände voll zu tun, das Leben von US-Präsident Asher (Aaron Eckhart, „The Dark Knight“) zu retten. Das führt zu einer Vielzahl an Schusswechseln und Leichen, bietet unter der Regie Babak Najafis („Easy Money: Hard to Kill“) aber schlicht zu wenig, um die Peinlichkeit von Plot und Dialogen erfolgreich zu übertünchen.

Beeindruckend ist lediglich die Besetzung, die bis in minimale Nebenrollen prominentes Personal auffährt: Morgan Freeman („Lucy“) versucht als Vizepräsident aus der Ferne, Mike und Asher im britischen Hexenkessel zu unterstützen. Radha Mitchell („The Crazies“) kehrt als Mikes Gattin zurück, deren Schwangerschaft zumindest ansatzweise als selbstironische Projektionsfläche des martialischen Haudraufs dient. Mit dabei sind auch Angela Bassett („Strange Days“), Robert Forster („Jackie Brown“), Melissa Leo („Prisoners“) und Jackie Earle Haley („Watchmen“). Nur bringt das beachtliche Ensemble den Film auch nicht weiter. So sind die Amerikaner einmal mehr die aufrechten Weltenretter, Terroristen und Geheimdienstmaulwürfe bekommen allesamt, was ihnen zusteht und den Guten kann weder Hubschrauberabsturz noch Feuerwalze etwas anhaben. Damit hält sich der Spaß an diesem hohlen und fast schon unverschämt dämlichen Spektakel doch arg in Grenzen.

Wertung: (3 / 10)

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