Last Drop of Blood (J 2003)

last-drop-of-bloodYokohama Chinatown: In einem Restaurant treffen sich zwei rivalisierende Yakuza-Syndikate zu Friedensbekundungen. Als plötzlich ein bewaffneter Killer auftaucht und unter den Mobstern ein Blutbad anrichtet, droht das Massaker einen erbitterten Krieg zwischen lokalen und auswärtigen Gangs zu entfesseln. Der Yakuza-Aussteiger Shoichi Hagiwara (Takaaki Ishibashi, „Die Indianer von Cleveland 2“), der sich bemüht ein bürgerliches Leben mit seiner Frau zu führen, wird unvermittelt in die blutigen Kampfhandlungen verstrickt, als ein Freund bei der Entschlüsselung der Hintergründe des Attentats ermordet wird.

Die in der gut gefilmten Eingangssequenz aufkommende Elegie wird bereits kurz darauf von Schüssen durchschlagen. Nach diesem Schema spielt Regisseur Yasushi Akimoto auch in der Folge mit Emotion und Erwartung, wenngleich sein geradlinig erzähltes Gangster-Drama zu sehr auf etablierte Strukturen und eine innovationslose Geschichte setzt. Die oft nur kurz aufblitzende Gewalt steht in ihrem nüchtern bebilderten Aufkommen im steten Gegensatz zu vereinzelten, in Zeitlupe entfesselten, Todesballetten. Doch zielt die routinierte Inszenierung nicht auf die möglichst spektakuläre Ausradierung farbloser Randcharaktere ab, sondern auf den Gewissenskonflikt des Aussteigers Shoichi. Zerrissen zwischen familiärer Geborgenheit und freundschaftlicher Loyalität gerät der ehemalige Yakuza immer tiefer in den Mahlstrom aus Intrige und Mord.

„Last Drop of Blood“ ist eine grundsolide Yakuza-Tragödie mit einigen Schauwerten und visuellen Raffinessen. In ihrer Gesamtheit betrachtet ist die Handlung jedoch zu formelhaft, um wirklich überzeugen zu können. In seinen stoischen Momenten erinnert der Film an die Werke Takeshi Kitanos, im Aufkeimen blutiger Shootouts an die ´Heroic Bloodshet´-Epoche des Hongkong-Kinos. Zwar wird die Gewalt nicht exzessiv ausgeschlachtet, doch kehrt der stilisierte Showdown – dessen Ästhetisierung der Zerstörung von Inventar und Leben deutliche Parallelen zu John Woos „A Better Tomorrow“ aufweist – der vornehmlich unspektakulären Inszenierung den Rücken. Darstellerisch ohne Tiefpunkte, fehlt dem Spiel des für gewöhnlich im humorigen Fach domestizierten Hauptakteur Takaaki Ishibashi ein wenig Intensität, die emotionslose Gleichgültigkeit eines Kitano oder die in Mimik reflektierte Gebrochenheit eines Ryo Ishibashi. Für Fans des Japanischen Gangsterfilms durchaus empfehlenswert.

Wertung: (5 / 10)

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